25 bayerische Verbände mit insgesamt mehr als 2,2 Millionen Mitgliedern setzen sich gemeinsam für ein verhältnismäßiges, rechtssicheres und bürgernahes Waffenrecht ein. pro legal e. V. begrüßt diese Initiative ausdrücklich und unterstützt die gemeinsamen Forderungen der Bürgerallianz Bayern.

Breites gesellschaftliches Bündnis fordert ergebnisoffene Evaluierung

Mit einem gemeinsamen Positionspapier vom 14. Oktober 2026 hat sich die Bürgerallianz Bayern an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann gewandt. Die Allianz vereint 25 Vereine und Verbände aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, darunter Jagd, Schießsport, Fischerei, Landwirtschaft, Brauchtum, Natur- und Heimatschutz sowie zahlreiche weitere ehrenamtlich geprägte Organisationen.

Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer tatsächlich ergebnisoffenen Evaluierung des Waffengesetzes. Diese dürfe nicht automatisch mit weiteren Verschärfungen gleichgesetzt werden. Vielmehr müssten auch bestehende Vorschriften kritisch darauf überprüft werden, ob sie einen nachvollziehbaren Beitrag zur öffentlichen Sicherheit leisten, verhältnismäßig sind und sich in der Praxis bewährt haben.

Die Bürgerallianz fordert unter anderem eine stärkere Konzentration auf illegalen Waffenbesitz und Waffenkriminalität, den Abbau unnötiger Bürokratie, einen möglichst bundeseinheitlichen Vollzug sowie den Schutz rechtstreuer Bürger vor pauschalen zusätzlichen Belastungen.

Auch obligatorischen psychologischen Gutachten ohne konkreten Anlass erteilt die Bürgerallianz eine klare Absage. Weitere Forderungen betreffen verhältnismäßige Regelungen im Messerrecht, die Berücksichtigung geringfügiger Rechtsverstöße, den Schutz rechtmäßig erworbenen Eigentums und die frühzeitige Beteiligung betroffener Vereine und Verbände an Gesetzgebungsverfahren.

Bestehende Einschränkungen müssen ebenfalls begründet werden

Besondere Aufmerksamkeit verdient die von der Bürgerallianz geforderte sogenannte „Begründungsumkehr“.

Demnach sollen nicht ausschließlich diejenigen begründen müssen, weshalb bestehende Vorschriften vereinfacht oder aufgehoben werden sollten. Vielmehr müsse auch nachvollziehbar dargelegt werden, warum an komplizierten oder unverhältnismäßig belastenden Regelungen festgehalten werden soll und weshalb vorgeschlagene Erleichterungen nicht zielführend seien.

Die Bürgerallianz formuliert dazu in ihrem Positionspapier:

„Ohne eine solche ‚Begründungsumkehr‘ scheint uns eine tatsächliche Entbürokratisierung nur schwer möglich.“

Damit rückt eine grundlegende Frage in den Mittelpunkt der Evaluierung: Welche bestehenden Einschränkungen sind tatsächlich notwendig, und welchen nachweisbaren Beitrag leisten sie zur öffentlichen Sicherheit?

pro legal unterstützt die gemeinsamen Forderungen

Die Forderungen der Bürgerallianz Bayern decken sich in wesentlichen Punkten mit den Positionen, die pro legal e. V. in seiner eigenen umfassenden Stellungnahme zur Evaluierung des Waffengesetzes gegenüber dem Bundesinnenministerium vertreten hat.

Auch pro legal setzt sich für eine sachliche, ergebnisoffene Überprüfung bestehender Vorschriften ein. Unnötige bürokratische Belastungen müssen abgebaut, unverhältnismäßige Einschränkungen überprüft und rechtliche Regelungen verständlicher sowie praxistauglicher gestaltet werden.

Dabei geht die eigene Stellungnahme von pro legal in zahlreichen Bereichen über die gemeinsamen Grundsatzforderungen der Bürgerallianz hinaus und enthält konkrete Vorschläge zur Änderung des geltenden Waffengesetzes.

Die Unterstützung der Bürgerallianz ergänzt somit die eigenständige fachliche Arbeit von pro legal.

Das Waffengesetz betrifft uns alle

Das Positionspapier wurde pro legal durch den Bayerischen Jagdverband (BJV) übermittelt, der sich aktiv in die Arbeit der Bürgerallianz einbringt.

Der BJV betont in seiner begleitenden Mitteilung die Bedeutung starker Bündnisse für eine erfolgreiche politische Interessenvertretung. Gerade bei Themen, die unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen betreffen, können gemeinsame Positionen dazu beitragen, über einzelne Verbandsinteressen hinaus auf bestehende Probleme aufmerksam zu machen.

Die Initiative verdeutlicht, dass die Auswirkungen des Waffengesetzes nicht allein Sportschützen, Jäger oder Waffensammler betreffen. Auch zahlreiche andere gesellschaftliche Bereiche sind auf verständliche, verhältnismäßige und verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen angewiesen.

Für pro legal ist die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den betroffenen Verbänden ein wichtiger Bestandteil einer sachorientierten Interessenvertretung. Unterschiedliche Organisationen können dabei gemeinsame Grundsätze vertreten, ohne auf ihre jeweiligen eigenständigen Forderungen verzichten zu müssen.

Gemeinsam für ein verhältnismäßiges Waffengesetz

Die Evaluierung des Waffengesetzes bietet die Gelegenheit, nicht nur über mögliche neue Einschränkungen zu diskutieren, sondern auch bestehende Vorschriften kritisch zu hinterfragen.

Ein modernes Waffengesetz muss tatsächliche Gefahren wirksam adressieren, Rechtssicherheit gewährleisten und zugleich die berechtigten Interessen rechtstreuer Bürger berücksichtigen.

pro legal e. V. unterstützt daher ausdrücklich die gemeinsamen Forderungen der Bürgerallianz Bayern und begrüßt das verbandsübergreifende Engagement für eine ergebnisoffene Evaluierung, den Abbau unnötiger Bürokratie und die konsequente Wahrung der Verhältnismäßigkeit.

Die ausführlichen Forderungen der Bürgerallianz Bayern sind ihrem Positionspapier vom 14. Oktober 2026 zu entnehmen. Ergänzend verweisen wir auf die eigene Stellungnahme von pro legal e. V. zur Evaluierung des Waffengesetzes.