Forbes-Artikel zur Sicherheit sog. Smartguns

Werte Unterstützer,

der US-amerikanische Experte für Cybersicherheit Joseph Steinberg (Twitter @JosephSteinberg) hat vor einigen Tagen einen bemerkenswerten Artikel im Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlicht. Er schildert hierbei seine Sicht auf elektronisch blockierbare Waffen.

Wir haben Joseph gefragt, ob wir den Artikel übersetzen und in Deutschland veröffentlichen dürfen und heute kam seine Zustimmung. Es sind einige sehr interessante Punkte aufgeführt, die wichtigsten sind farblich hervorgehoben: 

Warum Sie wegen der neuen „Intelligenten Waffen“ besorgt sein sollten (ob Sie Waffen mögen oder nicht)

Smartguns – soeben marktreif geworden – sind mit einem kleinen Computer ausgestattete Feuerwaffen, welche die Sicherheit im Umgang erhöhen sollen, indem sie nur einer autorisierten Person oder Gruppe das Abfeuern ermöglichen und in einigen Fällen sogar sicherstellen sollen, dass man lediglich auf nicht-lebendige Ziele feuern kann.

Ich zweifle nicht daran, dass Unterstützer dieser Technologie Unfälle und Gewalttaten reduzieren möchten. Dieses Ziel verfolge auch ich stark. Aber ist die Smartgun-Technologie wirklich schon bereit, die große Bühne zu betreten? Oder erzeugen diese Waffen Angriffspunkte, welche neue, ernsthafte Sicherheitsprobleme ergeben – egal ob für den Besitzer oder für Unbeteiligte?

Meine Gedanken konzentrieren sich hierbei auf den Bereich, in welchem ich Erfahrung habe: Computerbezogene Risiken der „intelligenten Technologie“, die in Waffen eingesetzt wird sowie die Risiken, die daraus für Menschen entstehen. Die scheinbar niemals enden wollende Debatte über Waffenkontrolle überlasse ich hierbei Anderen.

Trotzdem muss hier gesagt werden, dass die Debatte über Smartguns landesweit einen großen Einfluss haben kann. Der Bundesstaat New Jersey verfügte bereits, dass gewöhnliche Feuerwaffen an Zivilisten in dem Moment nicht mehr verkauft werden dürfen, in dem Smartgun-Technologie verfügbar sein wird. Ein Senator wollte in Washington gar ein Gesetz einbringen, das bundesweit für noch striktere Regelungen gesorgt hätte, da hierbei nicht nur alle in den USA importierten, hergestellten und verkauften Waffen „intelligent“ zu sein hätten, sondern zusätzlich alle bereits in ziviler Hand befindlichen Waffen hiermit umgerüstet werden müssten. Während die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Idee zu einem Gesetz wird, wohl gegen null geht, werden Gesetzgeber bei den Smartguns wohl keine Ruhe geben.

Smartguns sollen angeblich für jeden die Sicherheit erhöhen. Technische Mängel in der ersten Generation machen die Sache allerdings komplexer. Während nicht jeder unten erwähnte Punkt auf jedes Smartgun-Modell bezogen sein muss, ergeben sich in der Summe gute Gründe zur Sorge:

1. Elektronische Geräte benötigen eine Energiequelle, hier machen auch Smartguns keine Ausnahme. Ohne Strom kann man sie nicht abfeuern. Eine Person, die im Begriff ist, zur häuslichen Selbstverteidigung eine Waffe zu benutzen, könnte sich in ernsthafte Gefahr begeben, falls sie beim Zielen auf den bewaffneten Einbrecher feststellen muss, dass die Batterien leer sind. Generell ist es nicht sinnvoll, eine Notfallausrüstung, welche ursprünglich ohne Strom auskam, jetzt von diesem abhängig zu machen. Wie viele Brandschutzbestimmungen erlauben wohl Feuerlöscher, die nicht ohne Batterie benutzt werden können? Bevor man also Smartguns für zuverlässig halten kann, müssen gegen dieses Problem Maßnahmen ergriffen werden. Die Anzeige einer zur Neigung gehenden Batterie wird nicht ausreichen, da viele Besitzer ihre Waffen nicht täglich mit sich führen, verschlossen aufbewahren und auch nicht regelmäßig überprüfen. Sie Werden die Warnmeldung nicht sehen, ehe es zu spät ist.

2. Computer unterliegen Fehlfunktionen und auch die Authentifizierungstechnologie ist nicht fehlerlos. Legal bewaffnete Bürger könnten bei einer Fehlfunktion getötet werden, während sie sich oder ihre Familien bei einem Einbruch oder einer Vergewaltigung schützen wollen. Während Einige hier anführen, dass auch herkömmliche Waffen gelegentlich eine Störung haben, ergibt sich bei Smartguns eine ganz neue Dimension möglicher Fehlerquellen. Zusätzlich dauert es üblicherweise sehr viel länger, ein technisches Problem auszuschalten als eine störende Feuerwaffe wieder einsatzbereit zu machen: Ein erfahrener Besitzer kann eine verklemmte Waffe normalerweise binnen Sekunden wieder einsatzbereit machen, während selbst Experten eine abgestürzte Elektronik kaum in dieser Zeit neu starten können. Es schaudert einen beim Gedanken, dass ein Polizist seine Waffe „neu starten“ müsste oder sich nicht richtig authentifizieren kann, während er sich in einem Schusswechsel befindet.

3. Wenigstens eine – inzwischen erhältliche – Smartgun verlangt von Ihrem Besitzer das Tragen einer speziellen Uhr. Die Waffe kann nur abgefeuert werden, wenn sie sich in kurzer Entfernung zur Uhr befindet. Während dies in einigen Situationen einen gewissen Schutz bieten kann, wird es das in anderen Situationen eher nicht: Diese Funktion wird kaum einen Verbrecher abhalten, jemandem die Waffe abzunehmen und diesen aus nächster Distanz zu beschießen (solange die Waffe den Bereich der Uhr nicht verlassen hat) oder einen Ganoven abhalten, Waffe samt Uhr zu stehlen. Die Verpflichtung, zwei Gegenstände benutzen zu müssen, um sich zu authentifizieren, ist generell eine große Verbesserung der Sicherheit. Im Einsatzfall erst eine PIN-Nummer in die Uhr eingeben zu müssen, zielt auf diese Idee ab, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass der legitime Besitzer unter Umständen nicht schnell genug seine Waffe einsatzbereit bekommt. Wie gut wird man eine PIN-Nummer eintippen können, wenn man sich in Todesangst befindet? Was passiert, wenn eine Polizistin in einem Notfall die Waffe ihres Kollegen benutzen muss?

4. Einige neu erscheinende Smartguns nutzen Biometrie, allerdings benötigt Biometrie eine gewisse Zeit für die Authentifizierung des Nutzers und ist oft ungenau, vor allem wenn der Nutzer in einer Zwangslage ist wie fast immer, wenn er eine Waffe ziehen muss. Noch dazu sind Fingerabdruckleser und andere biometrische Sensoren fehleranfällig, wenn der Nutzer schwitzt, zittert oder gar blutet. Authentifizierungsfehler könnten für unschuldige Menschen den Tod bedeuten, wenn man gerade seine Familie beschützen möchte. Ein weiteres Problem hierbei ist, dass ein Gauner, der die Waffe entwendet hat, die dazu passenden Fingerabdrücke praktisch überall auf der Waffe findet. Dieses Problem habe ich bereits früher in Zusammenhang mit Fingerabdrucklesern in Smartphones erläutert.

5. Wie ich bereits in einem früheren Artikel ausführte, könnten Smartguns dafür anfällig sein, von der Regierung nachverfolgt oder blockiert zu werden. Wie schwierig wäre es wohl für die Regierung, den Hersteller zum Einbau einer Funktion zu zwingen, welche dies ermöglichen würde? Bevor wir diesen Gedanken als schräge Paranoia zur Seite wischen, sollten wir uns klar machen, dass die US-Regierung angeblich Schadsoftware in tausenden Netzwerken installiert und Spionagechips in Computer hat einsetzen lassen. Sie hat zugegeben, ihre eigenen Bürger auszuspionieren, hat vermutlich Technologiekonzerne gehindert, diese Spionage gegenüber den Bürgern zuzugeben und ist zusätzlich dafür bekannt, Waffen aus den Augen zu verlieren, deren Verbleib eigentlich verfolgt werden sollte. Sollten Bürger nun tatsächlich darauf vertrauen, dass diese Regierung ihre Waffen nicht kontrollieren möchte? Sind Waffen weniger wichtig in der Nachverfolgung als Telefonate? (Während Nachverfolgungschips theoretisch auch in herkömmlichen Waffen untergebracht werden können, um eine kurzzeitige Verfolgung oder eine auf bestimmte Orte beschränkte Kontrolle zu ermöglichen, ergeben sich durch eine Energiequelle in der Smartgun ganz andere Möglichkeiten der Nachverfolgung.)

6. Smartguns könnten gehackt werden! Selbst ohne eingebaute Tracking- oder Störfunktionen können auf Funkwellen beruhende Smartguns – wie das oben erwähnte Waffe-Armbanduhr-Paar – aus der Distanz gestört werden. Das ist keine Erfahrung, die ein Polizist oder ein ziviler Waffenbesitzer machen möchte, wenn er einem mit einem „Jammer“ ausgerüsteten Ganoven gegenübersteht. Regierungen könnten von der Möglichkeit profitieren, zivile Waffen „auszuschalten“ und Verbrecher davon, Dienstwaffen der Behörden zu blockieren.

7. Jede Einrichtung, die eine Waffe von der Schussabgabe auf ein nicht speziell markiertes Ziel abhält – ein Merkmal, welches einige neue Smartguns bieten sollen – machen die Waffe wohl sicherer in Bezug auf die häusliche Aufbewahrung, verhindern allerdings die Möglichkeit, sich mit dieser Waffe zur Wehr zu setzen.

8. In einigen Situationen könnten Smartguns die Sicherheit sogar verschlechtern. Wenn unvollständige oder unzureichende Sicherheitsmerkmale mit großem Tamtam eingeführt werden, neigen Menschen dazu, sich auf diese zu verlassen. Hierbei entsteht eine Anfälligkeit für Unfälle. In der Welt der Informationssicherheit sehen wir dies weltweit: Wie viele Menschen haben schon Software, Spiele oder Musik aus unbekannten Quellen heruntergeladen, weil sie sich auf ihren Virenscanner verlassen haben? Übertragen auf Waffen: Kennen wir nicht alle die Geschichten über Unfälle mit Schusswaffen, weil jemand sich auf die eingebaute Sicherung verlassen hat, die allerdings doch nicht eingelegt war? Ob Menschen mit solchen Waffen, bei denen sie von einer Nichtbenutzbarkeit durch Unbefugte ausgehen, bei Lagerung, Transport und Führen eventuell nicht so vorsichtig sind wie bei herkömmlichen Schusswaffen, bleibt abzuwarten. Die Einführung von Sicherheitsmerkmalen ist nur dann „smart“ wenn diese garantiert immer funktionieren oder wenn den Nutzern eindeutig klar gemacht wird, sich nicht auf diese zu verlassen. Dies wird allerdings nicht passieren, wenn die Massenmedien weiterhin die Smartguns als perfekte Waffe wie aus einem James Bond-Film darstellen.

9. In manchen Situationen müssen Schusswaffen auch durch Fremde benutzbar sein. Zum Problem wird es beispielsweise für Polizisten, die im Notfall nicht die Waffe ihres Kollegen nutzen können. Das Konfigurieren von Smartguns in polizeilichen oder militärischen Umgebungen wird also nicht einfach sein, da jede einzelne Waffe ständig auf dem aktuellen Stand sein muss. Dies birgt die Gefahr schlimmer, wenn nicht gar tödlicher Fehler. Unternehmen nutzen robuste, gut entwickelte Zugangsschutzsysteme nicht grundlos – selbst wenn es dabei um wesentlich weniger gefährliche Dinge als Schusswaffen geht.

10. Schusswaffen müssen sich zur Reinigung und Wartung zerlegen lassen können. Ein Grundsatz der Informationssicherheit lautet, dass jeder, der physischen Zugriff auf ein System hat, dessen Sicherheit aushebeln kann. Smartgun-Hersteller müssen nachweisen, dass kriminelle Smartgun-Diebe diese nicht so modifizieren können, dass sie auch mit reaktiviertem oder entfernten Sicherheitsmodul funktionieren. Ebenso, dass die Waffe trotz des nicht möglichen Zugangs zu den mechanischen Teilen langfristig zuverlässig funktionieren wird.

Einige der oben genannten Mängel könnten in Zukunft behoben werden. Andere werden weiter bestehen, könnten aber hinnehmbar sein, wenn die Smartgun-Technologie ausreichend entwickelt, nützlich und zuverlässig sein wird. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen allerdings noch große Zweifel.

Am deutlichsten werden die solche Smartguns begleitenden Mängel wohl durch die Tatsache, dass die Behörden nicht auf diese wechseln. Viele Polizistinnen und Polizisten haben Kinder daheim und dadurch ein nachvollziehbares Verlangen, dass Schusswaffen nur durch Befugte abgefeuert werden können. Genauso sehen sie sich im Einsatz mit Verbrechern konfrontiert, die versuchen könnten , ihnen die Waffe abzunehmen. Trotzdem hat bis heute keine Behörde auf Smartguns umgestellt. Das oben erwähnte Gesetz in New Jersey nimmt Behörden sogar explizit aus. Die Ablehnung der Behörden gegenüber diesen sogenannten „sichereren Produkten“ ist äußerst bezeichnend: Wenn Berufswaffenträger nicht auf Smartguns vertrauen, warum bitte sollten dann Zivilisten dies tun?

Ironischerweise könnte der Versuch der Gesetzgeber, Smartgun-Technologie vorzuschreiben, sogar zu mehr Toten durch Waffenunfälle führen, da die Herstellung tatsächlich sichererer und „smarterer“ Waffen verzögert wird. Die Waffenhersteller, die einen gewaltigen Gewinn durch den Verkauf herkömmlicher Waffen machen, haben gute Gründe, keine Smartguns zu entwickeln, wenn dadurch ihre herkömmlichen Schusswaffen unverkäuflich werden. Genau dies wird ja geschehen, wenn sich Gesetze wie das oben beschrieben aus New Jersey durchsetzen. Gleichermaßen erzeugen solche Gesetze eine gute Motivation für Waffenrechtsaktivisten, gegen Forschung und Entwicklung sowie den Verkauf dieser Waffen in den USA vorzugehen. Das Gesetz von New Jersey wurde bereits vor über zehn Jahren erlassen. Dies könnte zumindest teilweise erklären, warum wir bei den meisten Schusswaffenherstellern keine Angebote für Smartguns finden können.

Ein wesentlich besseres Vorgehen, als neue Gesetze zu schaffen, wäre wohl, den Markt für Schusswaffen (der in den USA mit allen Vor- und Nachteilen riesig ist) sich selbst zu überlassen und dadurch die Hersteller zur Entwicklung sichererer Waffen zu motivieren. Die Forschung fördern. Erfinderwettbewerbe. Anreize erhöhen. Würden Smartguns entwickelt, die ausreichend zuverlässig und gleichzeitig sicherer als herkömmliche Schusswaffen wären, würden die Menschen diese auch haben wollen. Die Behörden würden mit der Beschaffung beginnen und auch Zivilisten würden deren Gesuch nachkommen.

Das ist dann ein Weg, der unser Land für jeden sicherer macht.

 

für das Direktorium

Jan H. Schwerdt
stellv. Vorsitzender

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Ziel im Visier, das Wochenende der Schützenvereine

zielimvisierVor fast zwei Jahren hat der ehemalige Präsident des Rheinischen Schützenbundes, Harry Hachenberg, gefordert, endlich mehr Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Er hat angeregt, einen bundesweiten Tag der offenen Tür zu initiieren, der der breiten Öffentlichkeit Einblicke in das Schützenwesen ermöglicht.

Der DSB hat diesen Vorschlag aufgegriffen und ein Wochenende des Schießsportes am 06. und 07.10.2012 angesetzt. Wirklich mit Leben hat diese Idee der BSSB gefüllt, allen voran der 4. Landesschützenmeister, Hans-Peter Gäbelein, und der Pressesprecher, Claus-Peter Schlagenhauf.

Ziel-im-Visier

Präsident des DSB, Josef Ambacher, verstorben

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht von dem Tod des langjährigen Präsidenten des Deutschen Schützenbundes aufgenommen. Er verstarb am gestrigen Samstag im Alter von 71 Jahren während eines Kuraufenthaltes infolge seiner schweren Krankheit.

Josef Ambacher ist im Alter von 14 Jahren in den BSSB eingetreten und engagierte sich von Anfang an intensiv in der Wahrnehmung von Funktionärsaufgaben, vor allem als 1. Schützenmeister in seinem Heimatverein, d’Oberlandler Starnberg, und ab 1975 im Landesschützenmeisteramt des BSSB.
1994 wurde Josef Ambacher zum Präsidenten des DSB gewählt. Dieses Amt hat er bis zu seinem Tode ausgeübt. 

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Bundesverdienstorden für DSU-Unionsratsmitglied Kurt Michael Richter

Im Auftrag des Bundespräsidenten überreichte am 10. Juli der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl den Bundesverdienstorden der Bundesrepublik an Kurt Michael Richter, 1. Schützenmeister des Augsburger Pistolen-Club e.V. 1997 und Unionsratsmitglied der DSU.

Diese hohe Auszeichnung wurde Herrn Richter für seine Verdienste um den Schießsport, besonders bei der Ausrichtung internationaler Wettkämpfe und bei der Jugendarbeit, verliehen.

Wir gratulieren herzlich!

Link zur Meldung bei der DSU

Erster Palatina-Cup war ein voller Erfolg

Am 14. April fand zum ersten Mal der Palatina-Cup der erst 2011 gegründeten SLG Team Palatina e.V. statt.

Der Teamgedanke steht bei Palatina im Vordergrund – das war auch beim Cup auf der Schießanlage Philippsburg zu bemerken. Zusätzlichen Charme gewann der Wettbewerb durch die Zulassung von Teams aller anerkannten Schießsportverbände.

Voraussetzung war lediglich der Besitz einer waffenrechtlichen Erlaubnis.

Das SLG Team Palatina bedankte sich ganz herzlich für die Unterstützung durch prolegal e.V., Fa. Waffentechnik Schubauer-Struck, dem internationalen Waffenmagazin „Visier“, Fa. Merkle-Tuning aus Backnang und dem Weingut Röhm in Ilbesheim.
Im nächsten Jahr wird der 2. Palatina-Cup voraussichtlich im April ausgetragen.

Informationen dazu gibt es auf den
Webseiten der SLG: http://www.team-palatina.de.

 

Artikel aus der Vo des BDMP e.V., Ausgabe II/2012
mit freundlicher Genehmigung des BDMP e.V.


 

Kontrollen findet sie gut – will sie auch das Großkaliber opfern?

Die Landesoberschützenmeisterin des Württembergischen Schützenverbandes, Hannelore Lange, fordert in Ihrem Präsidentenbrief Mai 2011 zu einer Fortsetzung des Dialoges mit Politik und Ministerien auf “und dafür zu sorgen, daß wir unseren Sport weiterhin im gewohnten Maß ausüben können“ – welche Strategien sie hat, verrät sie nicht. Wenn sie so weitermacht, wird der Sport nicht nur nicht in gewohntem Maße, sondern gar nicht mehr ausgeübt werden können und sie kann sich ganz der Traditionspflege widmen! Ein gewiß sinnvolles Unterfangen, um den sich häufenden und sich ständig verschärfenden Reglementierungen aus dem Wege zu gehen. Ein gewohntes Maß ist kaum noch möglich bzw. das Maß ist längst überschritten!

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Angriff von der logistischen Seite

Änderung der AGB der Deutschen Post:

Ab 1. Juli 2011 werden Pakete, die Waffen, insbesondere Schußwaffen, oder Teile davon, Waffenimitate oder Munition enthalten, von der internationalen Beförderung ausgeschlossen (AGB, §2, Abs. 2, Nr. 10)

Eine weitere Einschränkung, ein weiterer Schritt zu einem vollständigen Verbot von Schußwaffen in privatem Besitz? Jetzt ein Anlauf von der logistischen Seite her? Ein perfektes Zusammengehen; zumal wenn der mündige Bürger am 22. Mai in Bremen dazu beitragen sollte, daß sich im Bundesrat endlich eine Mehrheit findet, dem gegenwärtigen, unerträglichen Zustand endgültig ein Ende zu bereiten.

Dann wären wir endlich soweit: der internationale Versand ist verboten, ein Verbot zumindest von großkalibrigen (?) Kurzwaffen rückt näher. Jagdlich geführte Kurzwaffen sind weiterhin noch “vertrauenswürdig“ (doch das wäre ein anderes Thema).

Zufall oder nicht, nach meiner Ansicht setzt sich hier folgerichtig und systematisch nicht nur eine Machtideologie durch, sondern auch eine fundamentalistische, (teils) irrationale Denkungsart und Anschauungsweise, die liberalen und freiheitlichen Grundsätzen eklatant widerspricht.

“Betrifft mich doch nicht, geht nur um diese komischen Waffenheinis, die sind doch sowieso alle nicht ganz sauber im Kopf!“
Man warte nur ab; diese nicht nur unseren neuen Machthabern in Baden-Württemberg innewohnende “Philosophie“, die sich unter dem Deckmantel der Toleranz als radikal, scheinheilig und irrational entpuppt, wird sich auf weite gesellschaftliche und ökonomische Bereiche auswirken, die ersten Ansätze lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Man darf sich auf mehr freuen und wird irgendwann erwachen. Und das wird weite Teile der “normalen“ Bevölkerung betreffen, also auch diejenigen, die niemals eine Schußwaffe auch nur berühren würden.

Im in Rede stehenden Falle trifft es zum einen die Waffenhersteller, also nur einen kleinen, exotischen Nischenbereich, der weder bei der Exportquote ins Gewicht fällt noch praktisch etwas zum Bruttosozialprodukt beiträgt und außerdem kaum Arbeitsplätze bietet (und wer arbeitet schon da, das sind doch alles verkappte Waffenfanatiker und skrupelloses, mordlüsternes Gesindel). Umso besser auch, daß nebenbei kleinere und mittelständische Waffengeschäfte und Büchsenmacher auf der Strecke bleiben. [Achtung Nichtsahnende und Naive: hierbei könnte es sich um etwas handeln, das man gemeinhin als Ironie bezeichnet!]
Und ergänzend die berüchtigten privaten Waffenbesitzer, bei denen man nie wissen kann, was die so alles treiben und die nun endlich richtig in die Zange genommen werden, indem sie von den Behörden immer neuen willkürlichen und diffamierenden Zwangsmaßnahmen unterworfen werden (Stichwort verdachtsunabhängige Kontrollen), wobei sicherlich niemand an eine Zermürbungstaktik denkt.

Eines fügt sich in das andere. Nun noch eine diskriminierende und perfekt in diese tendentiöse Linie passende Änderung der AGB der Deutschen Post. Waffen werden als vom internationalen Transport ausgeschlossene Güter u. a. Tierkadavern, Betäubungsmitteln, infektiösen und Sachschäden verursachenden Inhalten gleichgestellt. Das spricht für sich.

Eine Verletzung der Beförderungspflicht sollte juristisch geprüft werden. Was macht eine Waffe beförderungsunwürdig? Ihre Materialien? Ihre hochbrisante Kombination aus Metall, Kunststoff und Holz? Begründet das einen Ausschluß aus Haftung und Versicherung (AGB, §6, Abs. 6)? Was ist das Kriterium?
“Um den Anforderungen der Länder und Fluggesellschaften gerecht zu werden, müßte der Inhalt eines jeden Paketes kontrolliert werden. Dies würde einen unverhältnismäßig hohen Aufwand bedeuten. Aus diesen Gründen werden Waffen als internationales Beförderungsgut ab dem 01. Juli 2011 ausgeschlossen.“ (Zitat aus einem Mail einer Mitarbeiterin der DHL Vertriebs GmbH & Co. OHG).

Zu dieser Konstruktion erübrigt sich ein eingehender Kommentar. Nur soviel: internationale Transporte von Waffen und wesentlichen Teilen unterliegen ohnehin der behördlichen Genehmigungspflicht, außerdem nimmt die Deutsche Post “aufgrund von EU-Luftsicherheitsvorschriften pflichtgemäß regelmäßige Überprüfungen vor“ (AGB, §2, Abs. 4) und ist im übrigen ansonsten nicht zimperlich mit satten Gebührenextras, welche man hier erheben könnte.

Der Kreis schließt sich.

Mit besten Grüßen,
Dr. Hannelore Rex
Redaktion prolegal.de

an das “Aktionsbündnis Winnenden”

vom Redaktionsteam des JagdWaffenNetz – hier ein Auszug:

Wie wir eingangs feststellten, fühlen wir mit den Angehörigen der Opfer und verstehen Ihre Situation. Aber wir verstehen und billigen nicht, welche Rolle Sie in der Waffenrechtsdiskussion in Deutschland spielen. Aus unserer Perspektive sind Ihre Positionen nicht nur wenig hilfreich, sondern für uns auch häufig einer faktenbasierten Sachverhaltsfeststellung abträglich. Wir würden es deshalb anerkennen – auch und gerade vor dem Hintergrund des Verlustes von Angehörigen menschlich anerkennen – und begrüßen, wenn Sie anlässlich der genannten Finanzierungs- und Glaubwürdigkeitsdiskussion so konsequent wären und Ihre Organisation auflösten. Organisationen wie der „Weiße Ring“ oder gewaltpräventive Projekte (z.B. an Schulen) würden sich sicherlich über erfahrene und engagierte Mitstreiter freuen – und über Ihr Geld. Vielleicht treffen wir uns ja dort.

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Gründer Ihrer Organisation haben durch die Wahnsinnstat eines Kriminellen ihre Angehörigen verloren. Wir wissen, dass der Verlust eines geliebten Menschen, insbesondere des eigenen Kindes, das Schrecklichste ist, das einen Menschen treffen kann. Wir verstehen, welche Trauer, Verzweiflung und Wut daraus entsteht. Wir verstehen, dass eine solche Situation zu einer grundsätzlichen Neubewertung des eigenen Lebens führen kann und den Wunsch entstehen lässt, etwas dafür zu tun, das so etwas sich nicht wiederholt.
        
Moralisch verantwortlich für die Tat ist der Täter. Moralisch mitverantwortlich ist in gewisser Weise auch das Elternhaus des Täters, das die extreme Situation, in der der Täter sich befunden haben muss, nicht richtig gedeutet hat. Dies betrifft speziell den Vater, der seine Schusswaffe nicht so aufbewahrt hat, wie es gesetzlich vorgeschrieben war. Wir empfinden allerdings auch mit dieser Familie Mitgefühl, die nicht nur einen Sohn und Bruder verloren hat, sondern auch eine Existenz und in gewisser Weise auch eine Zukunft – etwa die Schwester des Täters. Auch diese Menschen sind Opfer.

Welche Faktoren, auch außerhalb des Elternhauses, z.B. in der Schule mit dazu beigetragen haben, dass der Täter diese fatale Entwicklung genommen hat – vom möglichen Mobbing des Opfers durch Mitschüler bis hin zum möglichen Versagen einer angemessenen pädagogischen Bewertung seines schulischen Sozialverhaltens – wissen wir nicht.

Die rechtliche Verantwortlichkeit des Täters kann aufgrund seines Todes nicht speziell aufgearbeitet werden. Die rechtliche Verantwortlichkeit des Vaters stellt ein ordentliches deutsches Gericht fest und zwar, wie wir hoffen, anhand von objektiven und unparteilichen Gesichtspunkten anhand unserer Gesetze. Recht wird in Deutschland nicht durch Medien, die „öffentliche Meinung“, die Opfer oder Angehörige der Opfer oder irgendwelche Pressure Groups gesprochen. Wir akzeptieren deshalb weder Rachedrohungen gegen die Familie des Täters, noch öffentliche Verurteilungen des Vaters oder gar Forderungen an die Justiz hinsichtlich einer als subjektiv als gerecht oder zu gering empfundenen Strafe. Im Gegenteil sind solche Aktivitäten nach unserer Meinung geeignet, Gerechtigkeit zu verhindern. Im Sinne christlicher Lehre würden wir es – insbesondere dann, wenn man sich als kirchliche Stiftung organisiert – auch begrüßen, wenn der Gedanke des Verzeihens, des Mitgefühls gegenüber einer ebenfalls schwer betroffenen Familie zu seinem Recht käme.

In diesem Fall hat der Täter Gebrauch von einer Schusswaffe gemacht. Bei School Shootings und anderen Verbrechen mit mehreren Opfern in der Vergangenheit und Gegenwart wurden u.a. auch kommerzielle oder selbst hergestellte Sprengstoffe, Brandbeschleuniger oder gar Flammenwerfer, Hieb- und Stichwaffen, Kriegswaffen und andere Geräte benutzt, um die Opfer zu töten oder zu verletzen. Die Gehirne Krimineller haben zahlreiche Möglichkeiten mit vielen unterschiedlichen Gegenständen ersonnen, um ihre Opfer anzugreifen.

Dennoch behaupten Sie, dass legale Schusswaffen für solche Taten ein wesentlicher Faktor sind. Bei Selbstmorden und Beziehungstaten, die Vertreter Ihrer Organisation gerne als weitere Belege für die Gefährlichkeit legaler Waffen anführen, sind ebenfalls jede Art von Waffe oder Gewalt (z.B. auch körperliche Gewalt) angewendet worden, um Opfer oder sich selbst zu töten oder zu verletzen. Wissenschaftliche Untersuchungen sprechen auch hier eine andere, aber ganz klare Sprache: Egal ob und welche Waffen verfügbar sind, Selbstmörder und Beziehungsmörder töten, weil sie töten wollen, nicht weil eine Schusswaffe da ist. Ehrlich gesagt empfinden wir es nicht nur als unpassend, sondern sogar als verwerflich, sich trotz oftmals unklarer Fakten und angesichts der dahinter stehenden menschlichen Tragödien anlässlich von medial begleiteten Tötungsdelikten zu Wort zu melden – etwa als in Lörrach eine offenbar verzweifelte Mutter ihren kleinen Sohn erstickte und später mit einer Kleinkaliberwaffe um sich schoss – und eben jene Taten als Beleg für die eigenen Forderungen nach einem Schusswaffenverbot zu werten, so abwegig diese Parallelen auch sind (Ersparen Sie uns, Ihnen anhand dieses traurigen Falles einer Kindstötung auseinanderzusetzen, dass Schusswaffen offensichtlich nicht tatenentscheidend sind). Was müssen Angehörige der Frau, ihres Mannes und des kleinen Jungen denken, die den Verlust ihrer Lieben dadurch durchaus als instrumentalisiert empfinden könnten? Ehrlich gesagt, diese Tat war für uns ein Wendepunkt bei der Bewertung Ihres Tuns.

Schließlich werden nahezu täglich illegale Waffen dazu verwendet, Menschen zu töten oder andere Verbrechen zu begehen, teils auf offener Straße. Verbrechen sind bei illegalen Waffen im Gegensatz zu Jagd-, Sport- und Sammlerwaffen der einzige Zweck der Anschaffung. Zu illegalen Waffen und selbst spektakulären Tötungsdelikten hören wir nichts vom „Aktionsbündnis“ – warum?

Gewalt lässt sich aber nicht auf Waffen, gleich ob legal oder illegal, gleich welche Technologie zugrunde liegt, reduzieren. Gerade im Zusammenhang mit Jugendlichen ist zum einen das alltägliche Gewaltphänomen an Schulen zu nennen, das sich in Ausgrenzung, Diskriminierung, Mobbing und auch körperlicher Gewalt gegen Schüler und Lehrer äußert. Zum anderen ist die Gewalt im öffentlichen Raum zu nennen, die sich gegen Passanten, Bus- und Bahnfahrer oder auch Polizisten richtet – meistens geht sie von Jugendlichen aus. In beiden Fällen interessieren sich Medien und Öffentlichkeit nur für besonders herausragende Taten, wie z.B. die Tötung Dominik Brunners, obwohl diese Form von Gewalt gesamthaft mehr Todesopfer und erheblich mehr traumatisierte und verletzte Menschen verursacht, als School Shootings. Die vielen anderen ins Koma geprügelten, erstochenen, zusammengeschlagenen und beraubten Opfer interessieren kaum jemanden. Es mag sein, dass Sie sich auch dazu äußern, aber warum hören wir nichts vom „Aktionsbündnis“ zur Alltagsgewalt? Wir glauben sogar, dass der Fokus auf den äußerst seltenen School Shootings dazu beiträgt, andere Gewaltphänomene nicht richtig würdigen zu können und deshalb schädlich ist.

Wir hören gebetsmühlenartig vom „Aktionsbündnis“, dass Schusswaffen – oft konkretisiert als „großkalibrige“ Schusswaffen, so als gäbe es keine Todesopfer durch kleinkalibrige Schusswaffen – Bürgern nicht für Sport, Jagd und Sammlung oder Brauchtum zur Verfügung stehen sollten. Wir hören, dass Schießen bzw. Großkaliberschießsport gar kein Sport sei. Verwundert es Sie nicht, dass zweieinhalb Millionen unbescholtene Bürger in zahllosen Schützen- und Schießvereinen viel Freude an einem Sport haben, den es gar nicht gibt? Warum versteht eine Hand voll Leute im „Aktionsbündnis“ nicht, dass für zweieinhalb Millionen Bürger Schießen – und zwar ausdrücklich auch Großkaliberschießen – Sport ist, egal wie Sie persönlich dies weltanschaulich bewerten?

An dieser Stelle wollen wir gar nicht vom geselligen, völkerverbindenden, integrativen und sozialen Nutzen dieses Sports sprechen – übrigens auch für Jugendliche. Wir wollen auch nicht davon sprechen, wie es Samstagmorgens im Verein ist, wenn der Müllfahrer neben dem Akademiker und dem Handwerker steht und alle drei nach einer harten Arbeitswoche Freude an einem friedlichen Wettbewerb um die höchste Punktzahl haben. Egal, übrigens ob Frau oder Mann, ob alt oder jung, ob Eltern oder allein stehend. Wir treffen uns nur dort so bunt gemischt und nirgendwo anders, weil wir uns eben alle für den Schießsport interessieren. Sind wir deswegen potenzielle Killer, „Knarrennarren“, „Waffenfetischisten“ oder auf irgendeine andere Weise anormal? Nein, das sind wir nicht. Wir sind die Mitte dieser Gesellschaft.

Es ist aber offensichtlich, dass die Zerstörung dieses Kulturguts schießsportlicher Vereine mit zu dem Schlechtesten gehört, was man dieser Gesellschaft antun kann. Und wir können uns nicht vorstellen, wer das Recht haben sollte, diesen vielen Menschen ihre Gemeinschaft zu zerstören.

Wir hören, wie sich das „Aktionsbündnis“ zu Fragen der Inneren Sicherheit und zu Änderungen des Waffengesetzes äußert – sogar Briefe an den Politiker verfasst, um Forderungen zu stellen. Sicher, jeder kann seine Meinung haben, und jeder kann auch versuchen, Sendezeit oder ein paar Zeilen in den Medien zu ergattern, um diese Meinung auszudrücken. Aber mehr als Ihre Meinung vertreten Sie nicht. Das sollten Sie akzeptieren. Allein Ihre Eigenschaft als Opfer befähigt Sie nicht dazu, sich qualifiziert zum Waffenrecht oder zur Gefährlichkeit von Schusswaffen zu äußern. Einbruchsopfer beraten auch nicht zu Gesetzen gegen Einbruch. Diebstahlsopfer fordern keine Strafverschärfungen für Diebe. Und schon gar nicht im Parlament oder im Fernsehen. Wir glauben, dass Sie lernen müssen, dass Sie für nichts und niemanden anders sprechen als für sich selbst, und dass ihre Meinung nicht mehr ist als eine Meinung. Es darf nicht nur andere Meinungen geben, sondern jeder halbwegs anständige Diskussionspartner muss sich mit seinem Gegenüber auch inhaltlich (nicht: moralisch) auseinandersetzen. Wir würden sehr, sehr begrüßen, wenn die Diskussion um das Waffenrecht versachlicht würde und auf Grundlage von mehr Fakten und weniger Ideologie geführt würde. Wir wissen aus anderen Ländern, z.B. den USA oder Großbritannien, und aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass Legalwaffen keine kriminalitätsrelevante Rolle spielen.

Wir haben mit Erstaunen gelesen, dass dem „Aktionsbündnis“ vorgeworfen wird, im Zusammenhang mit dem Hersteller eines biometrischen Sicherungssystems zu stehen. Wir haben ebenso erstaunt gelesen, dass Sie sich dazu nicht äußern. Wir haben gelesen, dass für Einzelne das Aktionsbündnis an die Stelle des eigentlichen Berufs getreten ist und inzwischen „seinen Mann nährt“. Wir wissen nicht, ob all dies stimmt. Wir glauben aber, dass Sie, wenn es stimmt, ihren moralischen Kredit verspielt haben. Wenn es nicht stimmt und Sie dies nicht auch klar feststellen, verspielen Sie ebenfalls Ihren moralischen Kredit. Wir denken, Sie sind dies Ihren verbliebenen Sponsoren und Spendern schuldig. Und Sie sind dies auch der Öffentlichkeit schuldig, wo Sie sich andauernd zu Wort melden, obwohl wir dies in den meisten Fällen für wenig hilfreich halten.

Wir haben auch von den Zweifeln an Ihrer Glaubwürdigkeit im Zusammenhang mit dieser Videospiel-Sammelaktion in Stuttgart gelesen. Videospiele interessieren uns nicht sehr. Wir denken nicht, dass sie eine besonders sinnvolle Freizeitbeschäftigung darstellen. Aber uns interessiert schon, wenn Sie den Erfolg dieser Aktion medial anders darzustellen versuchen, als er war. Wenn es so war, dass der Erfolg dieser Aktion falsch dargestellt worden sein sollte, sind in der Tat auch weitergehende Zweifel an der Glaubwürdigkeit Ihrer Aussagen angebracht.

Wie wir eingangs feststellten, fühlen wir mit den Angehörigen der Opfer und verstehen Ihre Situation. Aber wir verstehen und billigen nicht, welche Rolle Sie in der Waffenrechtsdiskussion in Deutschland spielen. Aus unserer Perspektive sind Ihre Positionen nicht nur wenig hilfreich, sondern für uns auch häufig einer faktenbasierten Sachverhaltsfeststellung abträglich. Wir würden es deshalb anerkennen – auch und gerade vor dem Hintergrund des Verlustes von Angehörigen menschlich anerkennen – und begrüßen, wenn Sie anlässlich der genannten Finanzierungs- und Glaubwürdigkeitsdiskussion so konsequent wären und Ihre Organisation auflösten. Organisationen wie der „Weiße Ring“ oder gewaltpräventive Projekte (z.B. an Schulen) würden sich sicherlich über erfahrene und engagierte Mitstreiter freuen – und über Ihr Geld. Vielleicht treffen wir uns ja dort.
        
Mit den besten Grüßen
Beate Meier-Kühne
für das Redaktionsteam des JagdWaffenNetz