Zwei Monate nach Forst – ein Zwischenbericht

Liebe Mitstreiter, Unterstützer und Freunde von prolegal!

Am 22. April wurde in Forst von den Delegierten ein neues Direktorium gewählt. Es besteht, bis auf Dr. Markus Bartram, aus Personen, die vorher in den Geschäftsbereich von Prolegal nicht eingebunden waren und die sich untereinander zum Teil nur wenig kannten. Das Direktorium bat sich deshalb eine Bedenkzeit aus, in der es galt, sich einzuarbeiten, Tritt zu fassen und den Übergang vom bisherigen zum neuen Direktorium zu gestalten.

Der Vorstand setzte dazu schon in Forst eine zweitägige Klausurtagung als „konstituierende Sitzung“ an. Die handelnden Personen sollten sich näher kennen lernen und ihre Zielvorstellungen präsentieren. Außerdem galt es, das strategische Konzept für die Weiterentwicklung und die Handlungsfelder von prolegal neu auszurichten. In den ersten drei Jahren des Bestehens konnte, trotz einiger Widrigkeiten, ein Bestand von 5000 Mitgliedern und eine gesunde, finanzielle Grundlage erreicht werden. Das muss, auch auf neuen Wegen, ausgebaut und vorangetrieben werden. Der nächstliegende, sich anbietende Termin für die Klausurtagung fiel auf das Wochenende des 19/20. Mai 2012. Als zentraler Ort wurde Kassel gewählt.

Als Kernpunkte standen das Erarbeiten eines Grundkonzeptes mit Prioritäten und Primärzielen für die weitere Arbeit von prolegal auf der Agenda. Dazu gehörten auch Standortbestimmungen über die Lage von prolegal, der Waffenbranche und aller Legalwaffenbesitzer in Deutschland. Auch die Rolle der Medien war ein Thema.

Um möglichst gut in die Diskussionen einsteigen und Ergebnisse erarbeiteten zu können, hatten alle Beteiligten schon im Vorfeld, jeder für sich, ein Lagebild erstellt. Sie hatten ihre Vorstellungen von der zukünftigen Arbeit der Organisation und dem eigenen Mitwirken digital „zu Papier“ gebracht und per Mail ausgetauscht. Das vereinfachte die Gespräche in Kassel, da es in vielen Punkten erfreulicherweise Übereinstimmung gab.

So konnten sehr zügig Wege und Verfahren der Kommunikation der, auf das ganze Bundesgebiet verstreut lebenden Direktoren untereinander, und des Direktoriums mit den Mitgliedern festgelegt werden. Die Aufgaben- und Arbeitsfelder der einzelnen Direktoren wurden definiert und klar zugeordnet. Für den Vorstand wurde in Kassel eine bei irgendwelchen Ausfällen sofort greifende Vertretungs- und Nachrücker-Regelung beschlossen, damit die ehrenamtliche Verwaltung der Organisation von prolegal auch bei Ausfall leitender Funktionsträger handlungsfähig bleibt.

Pressearbeit

Schon bald nach der Wahl in Forst gingen die ersten Interview-Anfragen beim neuen Vorstand ein. Wir haben die Zeitschriften um Termine nach der Klausurtagung gebeten, da es ein erklärtes Ziel des Vorstands ist, dass prolegal auch nach außen als Team auftritt. Der Vorstandsvorsitzende gab deshalb in der Folge dem DWJ ein Interview, das in der kommenden August-Ausgabe erscheinen soll, die stellvertretende Vorsitzende, Katja Triebel, stellte sich der Pirsch und der designierte Pressesprecher des Direktoriums, Markus Bartram, dem Visier zum Gespräch. Das DWJ brachte übrigens in der Juli-Ausgabe bereits einen Bericht zur Tagung in Forst, dessen Text sich auf den der prolegal-Homepage bezog.

Natürlich liefen nach den Vorfällen in Memmingen auch Anfragen aus den Mainstream-Medien bei prolegal ein. Sie wurden von Nico Catalano und David Schiller beantwortet. Zusammenfassend war aber festzustellen, dass die Medienresonanz deutlich verhaltener als bei früheren Anlässen war. Katja Triebel verfasste zeitnah eine kurzes Statement für den Internetauftritt von prolegal. Bereits in Kassel wurde beschlossen, demnächst eine Faktensammlung mit Argumentationshilfen für Amoklagen und ähnliche Ereignisse herauszugeben. Auch eine Anleitung für den Umgang mit Medien für Schützenvereine, Hegekreise und andere LWB-Organisationen soll erstellt werden. Beides wird zum Download von der prolegal-Homepage bereitgestellt werden.

Kommunikation mit den Mitgliedern

Das Direktorium hat in Kassel entschieden, im prolegal-eigenen Forum keine Meckerecke einzurichten und vorerst auch keine Schreibsperren auszusprechen. Markus Maaske überwacht im Forum mit einer virtuellen gelben Karte den “guten Ton”. Die Direktoriumsmitglieder und der Vorstand werden sich an anderen Foren beteiligen, namentlich im Waffenforum „Gunboard“, das unter neuem Management steht und in dem prolegal unter „Vereine und Verbände“ über eine eigene Rubrik verfügt:
http://waffenlobby.info/gb_vb/forumdisplay.php?f=722

Prolegal-Mitglieder können ab sofort über die Adresse “mitglieder@prolegal.de” Kontakt zum Direktorium aufnehmen. Das Betreuer-Team, bestehend aus Jan Schwerdt, Ernst Bader und Reiner Assmann, wird die Anfragen nach Möglichkeit innerhalb weniger Stunden beantworten. Allerdings darf aus gesetzlichen Gründen keine Rechtsberatung durch prolegal erfolgen (sic!). Wir bitten dafür um Verständnis.

Wir haben in der Zwischenzeit eine Liste mit auf Waffen- und Verwaltungsrecht spezialisierten Rechtsanwälten erarbeitet, die ständig gepflegt und ergänzt wird. Wir verweisen unsere Mitglieder gerne weiter. Wir bitten an dieser Stelle auch alle „Prolegaler“, uns geeignete Rechtsanwälte zu nennen und uns ihre positiven oder negativen Erfahrungen mitzuteilen.

Rechtsschutzversicherung (RV)

In absehbarer Zeit wird prolegal seinen Mitgliedern ein umfassendes Versicherungsprogramm anbieten. Der Vorstand steht, nach Sichtung verschiedener Angebote, momentan in abschließenden Verhandlungen mit einem namhaften Anbieter. Wir empfehlen allen Mitgliedern, sich in Bezug auf Waffen- und Verwaltungsrecht zusätzlich zu versichern. Es ist angesichts des wachsenden Drucks auf die LWB notwendig, aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Basisarbeit

Nach der Veranstaltung in Forst 2009 entstand die Idee der Wahlkreisbeauftragten. Analog dazu erfolgt nun ein flächendeckender Aufbau einer “Botschafter”-Organisation zur Betreuung von Mitgliedern und Interessenten, zur Mitglieder-Werbung vor Ort und für die politischen Kontakte in jedem Wahlkreis – auch und ganz besonders in den Zeiten, wo gerade kein Wahlkampf herrscht. Als direkte Ansprechpartner für die Botschafter stehen besonders die Direktoriumsmitglieder Jan Schwerdt, Ernst Bader und Reiner Assmann zur Verfügung.

Organisatorisches und Vereinsführung

Die in Forst mangels Zeit ausgefallenen Änderungen in der Satzung wurden im Direktorium besprochen und beschlossen, u. a. wird ein Schiedsgericht in die Satzung aufgenommen, die Delegiertenzahl für die Mitgliederversammlung wird auf 100 (einhundert) festgelegt. Der Text wird redaktionell überarbeitet und in absehbarer Zeit den Delegierten zur Stellungnahme und Abstimmung übermittelt.

Ein neues Info-Faltblatt ist in Vorbereitung, ebenfalls eine neue und attraktivere Gestaltung der prolegal-Internetseite. Markus Maaske stellte das neue, ambitionierte Konzept vor, das allgemeine Zustimmung fand. Blogger werden dabei als Linkliste eingebracht. Zusätzlich wird die Seite prolegal.tv eingerichtet, auf der Videos, Clips usw. rund um den legalen Waffenbesitz zu sehen sein werden. Die einzelnen Mitglieder des Direktoriums werden sich auf der Website mit ihren Zielen und Vorstellungen an die Mitglieder wenden.

Nach der Änderung in der Vereinsführung muss eine neue prolegal-Geschäftsstelle eingerichtet werden. Die damit zusammenhängenden Maßnahmen sind umfangreicher und langwieriger als erwartet und stellen aktuell einen Arbeitsschwerpunkt für das Direktorium dar.

Die Mitglieder-Verwaltung wurde von Joachim „Jockl“ Franz übernommen. Krankheitsbedingt mussten hier einige Arbeiten warten. Es geht aber in Kürze wieder weiter.

Finanzielles

Prolegal finanziert sich derzeit nur über die Beiträge der Mitglieder und Spenden oder Zuwendungen, wie z.B. diejenigen von E.L.F. Auf der Homepage wird ein Spendenaufruf erscheinen. Die Spenden über € 1000,- werden dargestellt.

Eine Gemeinnützigkeit des Vereins ist aktuell nicht gegeben. Das Direktorium prüft die Möglichkeiten und erforderlichen Maßnahmen, um diese Einstufung zu erhalten.

Die für eine Transparenz der Mittelbewirtschaftung dringend notwendige Budgetierung des Vereins wurde auf einen Zeitpunkt nach dem Einzug der 2012er Beiträge vertagt. Dies steht wegen des Geschäftsstellen-Wechsels noch aus.

Aktionen

Prolegal wird an den kommenden Waffen- und Jagdbörsen in Kassel, Nürnberg und Salzburg teilnehmen. Die Koordination der Messeauftritte übernimmt Ernst Bader.

Die Kontaktaufnahmen zu den Gewerkschaften und Berufsvertretungen der Polizei, dem Reservistenverband, anderen Schützenverbänden und politischen Parteien haben bereits begonnen. Das neue Direktorium stellt sich und seine Ziele dort vor.

Prolegal unterstützt die DSB-Werbeaktionen „Wochenende der Schützenvereine” und wird ab Herbst dieses Jahres wieder weitere Info-Veranstaltungen zum Waffenrecht, ähnlich denen von 2009 in Forst und Plaidt, durchführen.

Dr. David Th. Schiller

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