Fiasko Winnenden-Aufarbeitung

Die Aufarbeitung des School Shootings in Winnenden 2009 steht nicht nur “unter keinem guten Stern”, sondern offenbart auch erhebliche Schwächen in der Wahrnehmung, Analyse und Verarbeitung solcher Straftaten. Das ist schon deswegen bedauerlich, weil das Lernen aus dieser Tat wesentlich wichtiger für die Verbesserung der Inneren Sicherheit wäre, als aktionistische und hinsichtlich ihrer Wirkung umstrittene Maßnahmen wie z.B. die Möglichkeit zur anlaßlosen Betretung der Wohnung von Legalwaffenbesitzern.

Keine Sachkenntnis hinter politischen Forderungen
Nach wie vor finden Vertreter des Aktionsbündnisses breiten Raum in der medialen Wahrnehmung, ohne dass sie über eine andere Expertise, als die Betroffenensicht verfügen. Die Berücksichtigung von Verbrechensopfern anderer Tatkomplexe, die wesentlich mehr Menschen direkt betreffen (z.B. Körperverletzung, Vergewaltigung oder Einbruch), für die Prävention von Straftaten ist hingegen nicht bekannt. Die Singularität der immer wieder neuen Berücksichtigung der Standpunkte dieses Aktionsbündnisses ist daher eher durch geschickte PR und eine persönliche Präferenz mancher Journalisten zu erklären, als durch die Wertigkeit von Diskussionsbeiträgen. Es fällt zudem schwer, Seitens des Aktionsbündnisses einen anderen Beitrag, als die oft undifferenzierte und empirisch nicht bewertbare Forderung nach dem Verbot von Großkaliberwaffen für den Schießsport zu bekommen. Durch ständige Wiederholung und “Übertragung” der Argumentation auf andere Themenkomplexe, wie die Tötungsdelikte 2010 in Lörrach (sinngemäß heißt es in einer absolut nicht verifizierbaren Stellungnahme, die Tat wäre mit einer Großkaliberwaffe schwerwiegender gewesen), werden die Aussagen des Aktionsbündnisses nicht relevanter.
                
Blutrache-Forderung ohne Distanzierung
Das Gerichtsverfahren gegen den Vater des Täters, mit dessen wohlgemerkt entwendeter Waffe ist durch eine Reihe unerfreulicher Ereignisse gekennzeichnet. Zunächst standen offensichtlich Todesdrohungen gegen den Angeklagten im Raum. So berichtet die Bild-Zeitung: “Shemsi H. [Vater eines Todesopfers] wird von einem Polizisten gefragt, was er von Blutrache halte. Er antwortete, dass wenn er seine Gefühle bisher nicht „geblockt“ hätte, schon lange etwas passiert sei. Dann werden die Ermittler konkreter. Sie fragen, gegen wen sich seine Rache richten würde. Er antwortet trocken: gegen die ganze Familie! Und dann die Drohung: Sollte beim Prozess kein entsprechendes Urteil heraus kommen, werde er auch nicht mehr „blocken“.” Erstaunlich war, wie unaufgeregt dieser gegen alle gesellschaftlichen und rechtlichen Normen sprechende Vorgang, eine Blutrachedrohung in Deutschland im Jahr 2010, öffentlich wahrgenommen wurde. Offensichtlich sah sich auch niemand vom Aktionsbündnis verpflichtet, sich von dieser Drohung zu distanzieren.
              
Gefahr öffentliche Vorverurteilung?
Dann wiederholten sich die Forderungen einzelner Angehöriger, namentlich der Exponenten des Aktionsbündnisses, nach einer Entschuldigung des Vaters und stimmen, die sehr deutlich nach moralischer Verurteilung klangen. Übersehen wird dabei erstens, dass sich die Eltern des Täters nach der Tat bereits entschuldigt haben (Bild-Zeitung: ” Die Eltern des Amokläufers von Winnenden haben sich in persönlichen Briefen an die Familien der 15 Todesopfer und der 2 schwer verletzten Polizeibeamten gewandt. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtete, spricht das Ehepaar K. in dem Schreiben den Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl aus und schildert die eigene Verzweiflung und Ratlosigkeit.”). Und zweitens bewerten Psychologen eine solche Entschuldigung als wenig hilfreich – abgesehen davon, dass sie für den Prozeß irrelevant ist. So heißt es in einem Agenturbericht: “Die Psychotherapeutin Silke Haase schließt sich der Meinung Wetters an. ‘Eine Schuldzuweisung und das Verlangen nach Verurteilung ist nicht wirklich gut bei der Verarbeitung. Im ersten Moment gibt es zwar eine Erleichterung und Entlastung, aber die Trauer bleibt’, sagte Haase. Auch wenn der Vater des Amokläufers sich mehrfach entschuldige und sage, es täte ihm leid, nütze das nichts. ‘Es ist nie genug für die Hinterbliebenen, man kann es ihnen nicht recht machen’, sagte Haase. … Psychologisch sinnvoller als die Frage nach Verantwortung und Schuld zu klären, ist laut Haase die Fixierung der Hinterbliebenen auf den Einzelnen. ‘Wenn ein Betroffener sich auf sich selbst statt auf den Täter konzentriert und sich um sich selbst kümmert, kommt er mit der Trauer auf jeden Fall besser zurecht’, ist die Therapeutin überzeugt.”
Forderungen aus der Vertretung der Opfer gehen sogar so weit, vom Angeklagten ein “Bekenntnis zur persönlichen Mitverantwortung für den Amoklauf” zu fordern, der abgesehen von dem unpassenden religiösen Begriff “Bekenntnis”, einer absurden Selbstbezichtigung in einem Strafverfahren gleich käme. Diese Forderung nach Schuldeingeständnis und einer quasi “Bestrafungsbitte” erinnert fatal an Schauprozesse. Erfreulicherweise sorgte das Gericht durch einige Maßnahmen – so etwa durch den Ausschluß von Kameras, dafür, dass es zu keinem Medienevent kommt.
Ebenso erfreulich ist, dass die Forderung eines Generalstaatsanwalts, die Anklage wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz an zu führen und zwar  als “generalpräventives Signal“ ebenfalls abgewiesen wurde. Schließlich kam es berechtigterweise zu einer Anklage wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.
Vergessen werden darf schließlich nicht, dass der Vater des Täters einen Sohn verloren hat, eine bürgerliche Existenz für seine Familie und eine einigermaßen gesicherte Zukunft für seine Tochter und vermutlich den Rest seines Lebens von Selbstvorwürfen und nicht zu beantwortenden Fragen gequält wird. Diese Überlegung wird allerdings nicht von Kirchen oder Medien artikuliert, obschon sie in guter Tradition christlicher Nächstenliebe und Vergebung begründet wäre.
                    
Ausnutzen der Medienpräsenz zum Prozeß
Wenn im Zusammenhang mit diesem Prozeß medienwirksam politische Forderungen des Aktionsbündnisses gestellt werden ist dies schließlich nicht nur nach Meinung mancher Beobachter unangemessen, sondern kann auch dazu beitragen, dass die Positionen dieser Gruppe weniger ersnt genommen werden. So berichtet ein Artikel: “Carlos Bolesch, der stellvertretende Vorstand und Pressesprecher des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden präsentiert am Donnerstag (16.09.2010) vor dem Landgericht in Stuttgart einen Anstecker, mit dem das Aktionsbündnis gegen Waffen demonstriert.”
Es muß erlaubt sein einen Prozeß und den Besuch an einem Grab als unpassend für die Artikulation politischer Forderungen zu empfinden. Eine Kritik daran erscheint auch und gerade gerechtfertigt, weil die Definition gesetzlicher Vorgaben vorurteilsfrei und sachlich erfolgen muß – und zwar zuallererst im Interesse der öffentlichen Sicherheit. Scheinlösungen aufgrund mangelhafter Sachkenntnis, politischem Opportunismus oder Medienwirksamkeit können letztlich zu einer wirklichen Sicherheitsgefährdung führen, wenn sie von Gefahren ablenken oder wirksame Präventionsmaßnahmen verhindern oder erschweren.
         
Kommerzialisierung des Aktionsbündnisses
Das Aktionsbündnis selbst ist u.a. durch den Umstand, dass das erklärte Ziel der Umwandlung der zunächst losen Gruppe in eine kirchliche Stiftung mit besoldeten Funktionären erreicht wurde, in die Kritik geraten. Es gab in diesem Zusammenhang Stimmen, die diese Kommerzialisierung persönlicher Betroffenheit ablehnen und zudem nach der Berechtigung eines Vertretungsanspruchs fragen, wenn dem Vernehmen nach nur noch zwei Opferangehörige mitwirken und 15 dies nicht tun.
Ebenfalls kritisch kann man die Finanzierung der Organisation finden, wenn damit wirtschaftliche Interessen von Spendern verbunden sein sollten. Jedenfalls schreibt ein Blog dazu: “Weil man [Unternehmen, das Sicherungssystem für Waffen verkauft] das Geld für diese Investitionen nicht hat (man verkauft noch zu wenig), bekommt man es vermutlich von seiner Mutter, der Firma Simons Voss, einem der größten Hersteller von Schließsystemen weltweit, zugeschossen. Und damit das AAW seine Geschäftsführer bezahlen kann, beteiligt man sich an der Stiftung.” In einem anderen Beitrag dieses Blogs heißt es: “Auch das AAW [Aktionsbündnis] hat man begeistert, dort ist man getarnt als Fa. “Quellsysteme GmbH” Stiftungszeichner. Wer es noch nicht gemerkt hat, Anschrift und Geschäftsführer sind bei Armatix und Quellsysteme dieselben, nämlich Herr Dietel aus Unterföhring. Noch ein feines Fundstück – bei 0:44 und 1:31 [in einem Filmbeitrag] befindet sich Stiftungsmitgründer und Waffenproduzent Dietel (getarnt als “Quellsysteme GmbH”) in der ersten Reihe, der gelockte Herr ist es.”
In einem Beitrag in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Visier heißt es zur Finanzierung: “In den letzten Wochen hatte AAW-Sprecher Hardy Schober vor allem über mangelnde finanzielle Unterstützung geklagt. Für die Gründung der geplanten Stiftung am 18. November sind mindestens 50.000 Euro notwendig, selbst dann blieben (da nur die Erträge entnommen werden dürfen) nur 1000 Euro im Jahr übrig. Schobers Ziel seien aber “zehn Millionen Euro” – kein Wunder: der frühere Vermögensberater hatte öffentlich angedeutet, in der von der evangelischen Landeskirche unterstützten Stiftung hauptberuflich tätig werden zu wollen. Mehrere Eltern, so die Stuttgarter Nachrichten, hätten sich mittlerweise aus dem AAW zurückgezogen, auch wegen Schobers Führungsstil. Es erging auch der Rat vom Stifterverband, das Geld besser zweckgebunden zu spenden oder sich einer bereits bestehenden Stiftung anzuschließen.”
Ob es angesichts dessen angemessen ist, gleich 50 Vereinsmitglieder des Aktionsbündnisses nach New York zu einer Konferenz zu entsenden und wer diese Reise in eine der teuersten und attraktivsten Städte der Welt finanziert, darüber schweigt sich das Aktionsbündnis aus. Die Intention, Winnenden medial immer und immer wieder für Waffenverbote zu nutzen wird erstaunlich offen zugegeben. So heißt es in einem Zeitungsartikel: “Kommende Woche wollen 50 Mitglieder des Bündnisses mit internationalen Nicht-Regierungs-Organisationen ein Programm erarbeiten, das den Besitz und Handel von leichten Waffen ächtet, … Mit der Einladung sehe sich das Bündnis in seiner Forderung nach einem Verbot von großkalibrigen Waffen für Privatpersonen bestätigt. Schober erhofft sich von der Teilnahme am Kongress, der vom UN-Büro für Angelegenheiten der Entwaffnung veranstaltet wird, wieder mehr Aufmerksamkeit für das Thema Amok-Bedrohung durch Waffen in Privatbesitz. “Das Thema droht in Deutschland einzuschlafen”.
        
Medienpräsenz trotz schwindender Relevanz durchsetzen
Der Kreis der offiziellen Unterstützer nimmt nach dem Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten Köhler und der Niederlegung der Schirmherrschaft durch den baden-württembergischen Innenminister Resch (dies wird unverständlicherweise mit Stuttgart 21 begründet) ab und die Medienberichte werden auch weniger. Da scheint es verständlich, wenn nunmehr Spekulationen und Andeutungen zum Thema des Aktionsbündnisses gemacht werden. So behauptet der Vorsitzende Schober nicht nur, Morddrohungen zu erhalten, sondern angebliche “Hackerangriffe” auf die Internetseite werden einfach Mal der “Waffenlobby” (wer immer das ist) angelastet. So heißt es in einem Zeitungsartikel: “In Winnenden selbst klagt unterdessen das Aktionsbündnis Amoklauf über zwei Hacker-Angriffe auf die eigene Homepage. Direkt im Anschluss an die Sendung Stern TV, in der am Mittwochabend zwei Eltern von ermordeten Kindern sowie eine Schülerin auftraten, habe es massenhaft „getürkte Bestellungen“ der Benefiz-CD „Die Liebe bleibt“ gegeben. Am Freitagmorgen kurz vor 3 Uhr seien gar binnen weniger Sekunden hunderttausende Anfragen an den Server geschickt worden, so dass die Homepage stundenlang lahmgelegt gewesen sei. Tobias Sellmaier, Internetbeauftragter des Bündnisses, das sich für ein Verbot großkalibriger Waffen einsetzt, vermutet „die Waffenlobby“ hinter dem Hackerangriff.” Dies ist eine mehr als fragwürdige PR-Maßnahme und wird von der zitierenden Zeitung unverständlicherweise nicht ansatzweise hinterfragt.
Erfreulicherweise ist das Aktionsbündnis jetzt dazu übergegangen, sich gegen Mobbing und Bullying in Schulen zu wenden und dazu ein Programm anzubieten – Phänomenen, die nicht nur eine reale und alltägliche Gefahr für Schüler darstellen, sondern auch für Amokverbrechen wegbereitend sein können.
Kritisch gesehen wird allerdings mitunter auch die Verbindung zwischen dem Aktionsbündnis und dem IANSA, dem International Action Network on Small Arms, einer legalwaffenfeindlichen Nichtregierungsorganisation, deren Netzwerk eine Vielzahl von professionallen Helfern und Medienkontakten nutzbar machen kann. Zum IANSA heißt es in der Zeitschrift dwj: “IANSA ist eine einflussreiche und trotz der nachweislich unseriösen Arbeit und äußerst fragwürdigen Mitteln sogar bei der UNO anerkannte Organisation. Ziel der IANSA ist nicht nur die Bekämpfung von kriegerischen Konflikten, von Bürger- und Drogenkriegen oder Bandenkriminalität wie das häufig nach aussen dargestellt wird. Ziel ist vielmehr die Entwaffnung aller Bürger dieser Welt, auch der gesetzestreuen Sportschützen, Jäger und Waffensammler. Die Organisation vertritt hartnäckig die Einstellung, dass insbesondere private Staatsbürger kein Recht auf den Besitz von Schusswaffen haben sollen. … Bei der IANSA macht man keinen Unterschied zwischen einem Walther- Sportgewehr und einer Splittermine. Der Begriff „small arms“ im Sprachgebrauch der IANSA – in seiner deutschen Übersetzung „Kleinwaffen“ – fasst alle von Hand einsetzbaren Feuerwaffen zusammen. Als „small arms“ gelten Landminen jeglicher Art ebenso wie Handgranaten, Flammenwerfer, originale und nachgebaute Sturmgewehre, von Verbrechern abgesägte Flinten, edle Doppelbüchsen, hochwertige Sammlerwaffen, getunte Sportpistolen, Benchrestbüchsen oder Kleinkaliber-Matchgewehre. Alle Schusswaffen werden – undifferenziert – als Tötungsinstrumente gebrandmarkt und bekämpft. Kriminalstatistiken und kriminologische Erkenntnisse zu der Thematik  werden von IANSA ignoriert.”

Untragbarer Schöffe beruft sich auf Winnenden-Relevanz
Der positiven Wahrnehmung des Verfahrens war es weiters sicherlich nicht förderlich, dass einer der Schöffen volltrunken mit Gerichtsakten dieses Prozesses in Stuttgart von der Polizei aufgegriffen wurde, die Beamten erheblich beleidigte und sich unter Berufung auf seine Rolle in diesem Prozeß versuchte “loszueisen”. So berichtet Die Welt: “Der Laienrichter soll am 27. Oktober Polizeibeamte „massiv” beleidigt haben, nachdem er kurz nach Mitternacht betrunken und schlafend in der Innenstadt aufgefunden worden war. So soll der 59-Jährige die Beamten als „Idioten“ und „Scheißkerle“ beschimpft haben. Darüber hinaus gab er sich den Polizisten als Schöffe im Winnenden-Prozess zu erkennen und sagte, sie sollten „vorsichtig sein, dass sie das nicht bereuen“. Nach Gerichtsangaben hatte er zudem einen Anklagesatz gegen den Vater des Amokläufers, eine Liste der Opfer sowie 76 von ihm gefertigte handschriftliche Notizen zum Prozess bei sich.” Erlaubt sein muß an dieser Stelle die Frage, wie sich dieses Selbstverständnis gebildet hat und, was dies für die öffentliche Wahrnehmung bedeutet.
                 
Kritik an unsachlicher Argumentation des Aktionsbündnisses
Die Kritik des Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) am Aktionsbündnis läßt sich jedenfalls durchaus auf den Legalwaffenbesitz übertragen. So heißt es vom VDVC: “Das Aktionsbündnis hat sich in der Vergangenheit immer wieder dadurch hervorgetan, Verbotsforderungen gegen Videospiele auszusprechen und Spieler zum Teil auch zu verunglimpfen. So kritisierte der VDVC vor allem die Art und Weise, wie das Aktionsbündnis vorgeht. Verbotsforderungen werden immer wieder wiederholt, scheinbar auch, ohne sich etwas eingehender mit der eigentlichen Materie auseinandergesetzt zu haben. So entstünden mitunter auch viele falsche Behauptungen seitens des Aktionsbündnisses Winnenden. … Der VDVC lässt keinen Zweifel daran, dass eine so einseitig geführte Verbotsdebatte, die überhaupt nicht auf Konsensfindung ausgelegt ist der falsche Weg ist.”
Nicht nur unsachlich, sondern schlicht verfälschend ist ein Medienbericht über eine Aktion des Aktionsbündnisses gegen Videospiele. So heißt es in einem Blog: “Das Aktionbündnis “Winnenden” bestellt einen Container, um in Stuttgart Killerspiele einzusammeln und symbolisch in den Müll zu werfen. Was der ZDF-Bericht nicht zeigt, hat ein Amateurfilmer aufgenommen: Der Container war völlig leer, die Jugendlichen die im ZDF-Beitrag zu sehen waren und die Spiele in den Container warfen, wurden vom ZDF-Kameramann dazu ermuntert. Die selben beiden Spiele wurden gleich mehrmals in den Container geworfen.”  Dies berichten auch andere Quellen. So heißt es bei Visier im Internet: “Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hatte am letzten Samstag dazu aufgerufen, sogenannte “Killer-Computerspiele” in einem riesigen Container zu entsorgen – fürs Fernsehen wurde dann “ein Erfolg” inszeniert. … Wie ein privates Youtube-Video belegt, wurden die wenigen abgegebenen Spiele auch noch extra für die Fernsehkameras mehrfach entsorgt. … Auch wenn laut AAW die Aktion ein Erfolg gewesen sei und angeblich zwei Dutzend Spiele abgegeben wurden, sahen auch anwesende Besucher deutlich weniger im gähnend leeren Container liegen (siehe Bericht Stuttgarter Nachrichten).”.
Solche Berichte und andere fragwürdige Thesen (Vermischung von zwei Unterschriftenlisten, so dass die Zahl der vermeintlichen Waffengegner deutlich höher wird, angebliche besondere Gefährlichkeit der 9 mm-Sportmunition, angebliche Vielzahl von Verstößen gegen vorgeschriebene Aufbewahrung) tragen nicht zu einem besseren Verständnis der Tat im Sinne präventionsrelevanter Erkenntnisse bei.

 

Die Aufarbeitung des School Shootings in Winnenden bedarf dringend der Versachlichung und der faktenbasierten, unvoreingenommenen Bewertung des legalen Waffenbesitzes in Deutschland – gerade im Interesse der Opfer.

 

Quelle: Jagdwaffennetzwerk – Danke für die Unterstützung!

 

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