prolegal e.V. beschreitet neue Wege und erweitert sein Angebotsspektrum

Am vergangenen Wochenende (22.07. + 23.07.2017) hat prolegal e.V. ein Wochenende „Rund um den Schießsport“ in Ludwigshafen ausgerichtet. Ziel dieses Events war es, den Besuchern einerseits die Bandbreite unseres Hobbies aufzuzeigen und andererseits natürlich die neuesten Entwicklungen des Waffenrechts mittels Vorträgen zu vermitteln. Darüber hinaus gab es ein Ordonnanzturnier und einen weiteren Wettbewerb mit Selbstladegewehren, jeweils auf der 100 Meterbahn.  Für die interessierten Nicht-Schützen haben wir ein u.a. Fallplattenschießen mit KK-Selbstladern sowie Unterhebel-Repetierer, Luftgewehrs und 25 m KK-Revolver als kostenloses Jedermannschießen im Programm gehabt. 

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prolegal Vortrag unter dem Motto „Waffenrecht ist Bürgerrecht“

Die Vorsitzenden Reiner Assmann (li), Dr. David Schiller (re) und Direktor Thomas Kullmann (mi) beim Vortrag

Am 23. Oktober war prolegal zu Gast bei der Schützengesellschaft Ludwigshafen 1851 e.V. Der Vortrag fand vor Mitgliedern des gastgebenden Vereins, Verbandsvertretern des DSB Baden (BSV) und des BDS Rheinland-Pfalz, einigen Mannschaftführern der Interessensgemeinschaft Ordonnanz Rundenkämpfe Nordbaden (IGOR) sowie Mitglieder verschiedener Schützenvereine der Rhein-Neckar-Region statt. 

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Ein Schuft, wer böses dabei denkt..

Erinnern wir uns:  IWA 2010

Der Ausbruch kommt auf der Rolltreppe, völlig unvorbereitet für die Umstehenden. „Ihnen müsste man das Handwerk legen“, ruft ein Mann im Anzug ein paar Stufen nach unten, das Gesicht hochrot. Gemeint ist der Redakteur einer Waffenzeitschrift, der ebenfalls auf dem Weg ist zur Eröffnung der Nürnberger IWA, eine der weltgrößten Waffenmessen. Bernd Dietel heißt der aufbrausende Mann, er hat ein Waffenblockiersystem erfunden. In den Lauf wird eine Art Schloss gesteckt, das sich nur per PIN oder Fingerscan lösen lässt. „Mit diesem System hätte der Anschlag in Winnenden verhindert werden können“, glaubt Dietel. „Aber die Waffenlobby will unser System nicht, weil sie Absatzeinbrüche fürchten – und dieses Fachmagazin macht deren Kampagne auch noch mit.“

Zitat aus einem Artikel über die Eröffnung der  IWA 2010: >Klick hier für Link< 

 

 Dr. David Th. Schillervon Dr. David Th. Schiller

Mitunter kann man auf der Nürnberger Fachmesse IWA nicht nur Produktneuheiten kennenlernen, sondern auch ziemlich seltsameSachen erfahren. 

 

2014 waren der IWA Outdoor Classics zwei ganze Messe-Tage der „Enforce Tac“ vorgeschaltet. Diese Fachmesse, mit noch strengeren Zugangsregelungen als die IWA, richtet sich hauptsächlich an Dienstwaffen-Hersteller und deren behördliche Endverbraucher. Umso mehr erstaunt war ich, als ich zwischen all den Ausstellungsständen von FN, HK, SIG Sauer usw. einen kleinen Stand namens „Metro IAF“ entdeckte, der eigentlich gar nicht in diese Behördenszene zu passen schien. Am Stand wimmelte es zwar nur so von Personal, jemand filmte ständig das ganze Geschehen mit einer Videokamera, aber außer einigen Flugblättern war nichts Besonderes zu erkennen. Plötzlich schälte sich aus dem Pulk der an diesem Stand Versammelten ein, mir seit vielen Jahren recht bekannter Mensch heraus, den ich hier, in unmittelbarer Nähe zum Heckler & Koch-Stand, nicht vermutet hätte: Ernst Mauch, seit 2005 ex-Geschäftsführer von HK und seit 2006 Geschäftsführer von Armatix. Er begrüßte mich nahezu überschwänglich.

Von ihm erfuhr ich, dass er hier auf der EnforceTac diese Metro IAF betreue. Dabei handele es sich um eine amerikanische Nichtregierungsorganisation aus Nachbarschafts- und Gemeindegruppen, die sich normalerweise um die Verbesserung der sozialen Verhältnisse in US-Großstädten kümmere und über beste Beziehungen zu Bürgermeistern, City-Administratoren, Firmen und Philanthropen verfüge. Schon zum zweiten Mal hätte jetzt eine Gruppe von Geistlichen, Pfarrern und Rabbinern amerikanischer Gemeinden, Europa bereist, hätte mit den Verantwortlichen bei Herstellerfirmen wie Glock, Beretta und SIG Sauer das Gespräch gesucht und auch das Aktionsbündnis Winnenden in Deutschland getroffen. Spätere Recherchen bestätigten diese Angaben, siehe die Links unten.

Mauch stellte mir auch Rabbi Joel Mosbacher vor, mit dem ich ein längeres, über eine Stunde dauerndes Gespräch führen konnte. Die Quintessenz: Der Rabbi hat sich, wie die anderen Geistlichen, dem Kampf gegen das verschworen, was er als die „gun violence“  oder „gun insanity“ (Waffen-Wahnsinn) bezeichnet, die – wenn man ihm zuhört – so etwas wie eine Art epidemische Krankheit ist, welche die USA, und dort besonders die großen Städte befallen habe. Rabbi Joel Mosbacher sieht sich selbst als ein Opfer dieser Seuche. Sein Vater wurde 1999 in seinem Laden in der Chikago’er South Side erschossen. Ein typischer Raubüberfall, der Täter wurde irgendwann mal gefasst, verurteilt und Jahre später im Revisionsverfahren aus verfahrenstechnischen Gründen freigesprochen. Geblieben sind die Trauer und die verständliche Wut des Sohnes, die er jetzt als Antrieb für die Kampagne einsetzt gegen das, was er Waffen-Wahnsinn („gun insanity“) nennt. Er selbst benutzt auch das Wort „Kreuzzug“ und unterlegt seine, mit viel Gefühl und persönlichem Charme vorgebrachten Argumente gern mit Bibelzitaten.

Aber Rabbi Mosbacher und seine christlichen Kollegen sind nicht die üblichen Waffenverbotsprediger, obwohl sie viele der üblichen Tricks und Slogans verwenden, wie etwa das Zusammenwerfen von kriminellen Mord- und Totschlagszahlen mit Selbstmorden und Unfällen. Denn worauf die IAF Kampagane unter dem Titel „Do not stand idly by“ (aus dem 3. Buch Mose, Kap. 19, Vers 16) sich erstaunlicherweise konzentriert, sind in erster Linie drei europäische Waffenhersteller – Glock, Beretta und SIG Sauer – die in zahlreichen US-Polizeien mit Dienstwaffen vertreten sind.

Angeblich weigern sich diese Firmen „sichere“ Waffen herzustellen und zu vertreiben. Was schlichtweg fehlt, so Mosbacher und seine Mitreisenden, sei öffentlicher Druck, und den will die IAF-Kampagne nach einem Dreijahresplan mobilisieren. Ein neuer Markt (von und für „sichere Waffen“) müsse kreiert werden, so Mosbacher in einem Gespräch mit der New Yorker Daily News, und die IAF werde dabei helfen. Polizeichefs und Bürgermeister in Jersey und New York würden dieser neuen politischen Richtung zustimmen.

Bei seiner ersten Reise im Dezember 2013, passend zum Jahrestag des Newtown Schulmassakers, hätten Mosbacher und seine Gruppe die Lösung entdeckt: „Vier von uns betraten eine „smart-gun“-Firma in München. Ein opulentes Buffet erwartete uns, Croissants und bayrische Torten auf der einen Seite, hochmoderne Feuerwaffen und Blockiersysteme auf der anderen. Wir kamen da mit dem Gefühl heraus, dass wir die Zukunft des Schusswaffenmarkts gesehen haben.“ Bei Rabbi Mosbacher hört sich das alles so einfach an, wie eine Gleichung: „smart guns“ sind „safe guns“ und solche vernünftigen („engl. „sane“) technischen Lösungen können den Waffenwahnsinn stoppen.

Ein gelernter Marketingstratege hätte es nicht besser formulieren können, als dieser Rabbi Mosbacher aus New Jersey.

War es tatsächlich reiner Zufall, dass der Reiseweg der Gruppe amerikanischer Geistlicher, auf ihrem Feldzug gegen den Missbrauch von Schusswaffen, justament im letzten Jahr in München-Unterföhring bei Armatix ihren erlösenden, die Augen öffnenden Höhepunkt fand? War es Zufall, dass auf dem Stand auf der Enforce Tac eben jener Armatix-Geschäftsführer Mauch anzutreffen war? Oder passt das nicht alles trefflich in die seit Jahren erkennbare Marketingstrategie der Firma Armatix, die sich schon früher solcher Tragödien wie Winnenden bedient hat, um für ihre Produkte zu werben? Und die in den letzten zwei Jahren mit einer massiven Werbe- und Medienkampagne ihre Smart Gun „iP 1“ in den US-Markt einzuführen versucht?    

Fortsetzung folgt….

Quellenachweis (Links jeweils anklicken): 

Homepage der Metro IAF

der Standard – US-Geistliche kämpfen in Europa gegen die Waffenlobby

Süddeutsche.de – Blutspur führt nach Europa

Stuttgarter-Zeitung.de – Kein amerikanisches Problem

New York TImes – His Father’s Murder Drives a Rabbi’s Pursuit of Gun Control

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prolegal zu Gesprächen in Berlin

Kurzer Tätigkeitsbericht des prolegal Direktoriums

Hier: Berlin-Reise im März 2013, Reiner Assmann und David Schiller

Mit dem langsam in Schwung kommenden Bundestagswahlkampf war es auch an der Zeit,  die Ziele und Vorstellungen von prolegal auf der Berliner Ebene zu präsentieren: Bei Personen, die mit dem Waffenrecht im Allgemeinen oder als politische Entscheidungsträger beschäftigt sind. Lobby-Arbeit besteht eben nicht daraus, das Internet oder irgendwelche Foren – so löblich und nützlich sie auch seien – mit Statements anzufüllen. Zu oft predigt man da nur dem Kirchenchor. Es kommt auch darauf an, den Dialog mit Anderen zu suchen.

Reiner-am-Reichstag

Dazu gehören auch die sogenannten Vier-Augen- oder Hintergrundgespräche, deren Inhalte nicht unbedingt zur Veröffentlichung gedacht, aber zur Meinungsbildung umso wichtiger sind. Zu den an diesen Tagen angesprochenen Themenkomplexen gehörten u.a. neben dem Nationalen Waffenregister, die diffamierende Darstellung der Sportschützen, Jäger und anderen legalen Waffenbesitzer (LWB)  als „Waffennarren“ in Politik und Medien, die mangelnde Fachkenntnis der unteren Behördenmitarbeiter bei Waffengesetz, Schießsport und Jagd und die damit verbundene und daraus resultierende Rechtsunsicherheit der LWB.

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