Uwe Bertsch 1960 – 2016

uwe-bertsch((Nachruf Uwe Bertsch))

“ Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Dieses Motto, das wahlweise Berthold Brecht oder Rosa Luxemburg zugesprochen wird, schrieb Uwe Bertsch 2009 bei der Gründung von prolegal den anderen sechs Gründungsmitgliedern unserer Interessengemeinschaft für den legalen Waffenbesitz – und damit uns allen – ins Stammbuch. Es war das Zitat, mit dem er nur wenige Wochen zuvor die bis dato größte, von mehr als 1500 Interessenten besuchte Veranstaltung im badischen Forst mit einer Podiumsdiskussion zum Waffenrecht und zur Bundestagswahl ins Leben gerufen hatte. In Forst zeigte uns Uwe Bertsch, wie man mit Elan und Engagement sein und unser Anliegen gegenüber der Politik und den Medien glaubwürdig vertreten kann. Und in wahrhaft unermüdlichen Vorgesprächen brachte er neun Schützenkreise des Badischen DSB-Verbandes, den Landesjagdverband, BDS und DSU und alle relevanten Parteien zusammen auf den Plan. 

Aber der Spruch vom Kämpfen war für ihn auch so etwas wie ein Lebensmotto, das ihn seit seiner frühesten Jugend begleitete: Ein schwerer Turnunfall warf ihn in seiner körperlichen Entwicklung aus der Bahn. uwe-bertsch-in-forstSchmerzen, Gehbehinderungen und immer wieder Krankenhaus-Aufenthalte begleiteten fortan sein Leben. Aber sie bestimmten nicht sein Leben, denn Kleinkriegen ließ er sich davon nicht. Er kämpfte fortan gegen alle Widrigkeiten, meisterte die Schule und die Ausbildung in der Kommunalverwaltung und auch alle anderen Aspekte des Lebens. Er begann sich schon als Heranwachsender im örtlichen Rot-Kreuz-Verein für die Allgemeinheit zu engagieren. Mit ähnlichem Enthusiasmus brachte er sich in seinem örtlichen Sportschützenverein ein. Genau wie beim DRK übernahm Uwe Bertsch über die Jahre auch beim Badischen Sportschützenverband auf Vereins- und Kreisebene viele verantwortliche Funktionen und ehrenamtliche Aufgaben, machte sich für den Nachwuchs und die Gemeinschaft stark. Mal darauf gefragt, warum er sich so vehement für die Rechte der legalen Waffenbesitzer und Sportschützen einsetzt, antwortete er, dass er hier von Jugend an trotz seiner Handikaps anerkannt und als vollwertiger Sportskamerad aufgenommen wurde. Wie sehr er in den Rettungsdiensten und Schützenvereinen in seiner Region und seiner Heimatgemeinde Ubstadt-Weiher geschätzt und beliebt war, zeigte sich auch in der großen Menge der Trauernden, die ihm am Samstag, den 24.09.2016 das letzte Geleit gaben. 

Als Uwe Bertsch zwei Wochen vor der Vollendung seines 56. Lebensjahres von uns ging, haben wir nicht nur einen energischen Mitstreiter und guten Freund verloren. Sondern auch einen vorbildlichen Menschen, der mit seinem eigenen unermüdlichen Einsatz vielen von uns – mit denen das Schicksal es besser gemeint hat – ein Beispiel geben konnte, wie man mit Rückschlägen und anderen Widrigkeiten umzugehen hat. Und bei all seinen Leistungen, bei all seinem Engagement und seiner Hilfsbereitschaft wirkte er mit einer solchen Bescheidenheit und außergewöhnlichen Güte auf seine Mitmenschen ein, dass man ihm einfach keinen Wunsch abschlagen konnte. Und auch als ihn sein Körper in den Rollstuhl zwang, konnte ihn das nicht bremsen. Ein Energiebündel, der uns alle in den Schatten stellte – so erlebte ich ihn im September 2009 in Forst – und vielen anderen ging es ebenso, die durch sein Vorbild und den „Geist von Forst“ ermutigt wurden, das Panier zu ergreifen.

Damals schrieb David Schiller: „Was da in Forst auf die Beine gestellt, war das Werk uwe-bertsch2eines Mannes (und der Frau, die hinter ihm steht!), der es geschafft hat, zig andere zu motivieren, neun badische Schützenkreise hinter sich zu bringen, die Halle in Forst zu buchen, Flyer zu drucken, die Ortsgruppe des DRK als Catering Firma zu gewinnen (nicht nur auf dem Podium gab es immer Nachschub an Getränken) usw usw. Ein Energiebündel im Rollstuhl, der auch – als alles schon lief – immer noch die Technik kontrollierte, Fotos schoss … Uwe – You are my hero!“

2010 bist Du schon einmal dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Nach einer schweren Thrombose warst Du für 8 Minuten klinisch tot. Damals war Dein Durchhaltewillen aber stärker. Um so schwerer fiel Dir 2012 aus gesundheitlichen Gründen der Abschied aus dem aktiven Direktorium. Leicht gefallen ist Dir das damals wahrlich nicht – das war Dir anzumerken. Mit einem nicht enden wollenden Applaus haben die Anwesenden Dein Lebenswerk geehrt.

Denn prolegal war und ist maßgeblich auch Dein „Baby“. Dein Lebenswerk ist uns Aufgabe und Ansporn zugleich, in der Verantwortung, die Du uns übertragen hast, werden wir in Deinem Sinne weitermachen. Ein Sprichwort besagt, dass man niemanden überholen kann, wenn man nur in seine Fußspuren tritt. Doch Deine Fußspuren sind selbst für die meisten Menschen ohne Handicap nicht einzuholen.

Du fehlst uns sehr, und hinterlässt eine kaum zu schließende Lücke.

 

Dr. David Th. Schiller

Reiner Assmann

Nico Catalano

Dipl.Ing. Ernst Bader

Dr. Markus Bartram

Kurt Bull

Thomas Dillenburg

Rolf Dudek

Thomas Kullmann

Ralf-Peter Laube

Rolf Schwake

 

 

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5 Gedanken zu „Uwe Bertsch 1960 – 2016

  1. Diese Nachricht macht mich sehr betroffen. Ich traf Uwe am Anfang seines Kampfes für unser Hobby/ unseren Sport und war tief von ihm beeindruckt. Mein herzliches Beileid gilt seiner Familie und Freunden, Uwe war ein Vorbild für uns alle.

    Gruß Rainer Drexler

  2. Ich kenne keinen anderen Menschen der mit solchem Elan und Willen für seine Überzeugung gekämpft hat.

    Danke Uwe, das ich ein Stück von deinem Weg mitgehen dürfte !

  3. Uwe, ich kann es nicht glauben.

    Warst Du in der Rettungsleitstelle Kirrlach, so war man in guten Händen.

    Du warst immer so nett, lustig, ein guter Kumpel.

    Es ist unfaßbar.

    Arme Margot und Tochter…

     

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