Olympia in Rio

Gratulation an die deutschen Schützen in Rio,

aber wo bleibt der Aufschrei in den Medien?

Ein Kommentar von Dr. Bartram, prolegal e.V. 

Gratulation für die sportlichen Meisterleistungen der deutschen Schützen in Rio! Mit drei goldenen und einer silbernen Medaille liegen die Schützen im nationalen Medaillenspiegel auf Platz eins und im internationalen Vergleich nur hinter Italien. 

Ein rundum sehr gutes Ergebnis der deutschen Schützen, die ja bei der letzten Olympiade leer ausgegangen waren. Danke an alle Teilnehmer, die Trainer und Familien der Schützen. Der Schießsport ist, anders als die medial wirksamen Sportarten, nicht von Sponsorengeldern gekrönt. Vieles muss selbst beschafft und finanziert werden. Wer, wie der Olympiasieger, in der Weltspitze dabei sein will, verschießt fast 40.000 Patronen im Jahr im Training und bei Wettkämpfen, verbringt dort, wie jeder Leistungssportler, einen Großteil seines Lebens. Für 200 Trainingseinheiten im Jahr plus Trockentraining daheim (also das reine Üben von Abläufen, ohne Schussabgabe) sind mindestens 500 Stunden im Jahr Entbehrung von Familie und Freunden nötig. Um so schöner ist es, dass sich diese Opfer aller Teilnehmer diesmal wirklich gelohnt haben.

Aber, wo bleibt der Aufschrei in den Medien? „Schnellfeuerpistole“ – sowas klingt doch schon so furchtbar, dass unbedingt ein Totalverbot oder schärfere Vorschriften für den privaten Waffenbesitz gefordert werden müssen, oder? Immerhin wird auf fünf Ziele in acht, sechs oder nur vier Sekunden geschossen. Ein Steilpass für die, von einem krankhaften Besser-Menschentum besessenen Zeitgenossen à la Roman Grafe, die bei solchen Begriffen und Beschreibungen nur wieder an Vorbereitungen von Amokläufen denken und mit Hetztiraden von „Sportmordwaffen“ reagieren.

Aber – ach wie ärgerlich – es gab ja nicht mal Tote oder Verletzte bei Olympia 2016. Dabei besagt doch die Theorie dieser Waffengegner, dass allein die Existenz einer Waffe einen Menschen zum Mörder macht. Schon dumm, dass da der Gegenbeweis live vor Millionen Zuschauern über die Monitore flimmerte. Und das, obwohl jeder eine scharfe, geladene Hochleistungs-Schusswaffe in den Händen hielt.

Nein, diese Schützen sind Hochleistungssportler und keine austrainierten Mörder! Und nur, weil man etwas aus ideologischen Gründen ablehnt, weil es für Unwissende oder bei falscher Handhabung gefährlich sein könnte, ist es einfach nur daneben, all diejenigen Sportler zu verleumden oder zu diskriminieren, die mit diesen Sportgeräten sachgerecht umgehen können und wollen. Wenn es überall und in allen Sportarten so friedlich zuginge wie im Schießsport, wäre die Welt so, wie wir alle sie uns wünschen.

Wer die Athleten beim Biathlon schon einmal genau beobachtet hat, weiß, wie schwer es ist, mit Herzrasen nach körperlicher Anstrengung noch eine Präzisionsaufgabe zu lösen. Wer selbst im Wettkampf geschossen oder an anderen Wettkämpfen in der Öffentlichkeit teilgenommen hat, kann sich vorstellen, wie schwer es ist, wenn einem Hunderte live und Millionen an den Fernsehgeräten zusehen. Das unterstreicht die hervorragende Leistung aller Sportler und vor allem der deutschen Schützen bei Olympia 2016 noch einmal ganz besonders. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Danke an die Schützen für die spannende Zeit vor dem Fernseher, die bewundernswerten, sportlichen Leistungen, den hohen Trainingsaufwand und die Entbehrungen, die sie dafür auf sich genommen haben.

Wer also auch künftig noch in Nahaufnahme die unglaubliche Konzentration der Schützen im Wettkampf sehen will, sehen will, wie die leeren Patronenhülsen aus dem Auswurffenster fliegen, wer mit jedem Schuss mitfiebern will, der muss etwas tun. Nämlich verstehen und dafür werben, dass Schießen gut ist, gut für Konzentration, Kondition und Selbstbeherrschung, dass Schießen schon im Kindesalter als Konzentrationsaufgabe anfangen muss, dass Schießen in Vereinen den sozialen Zusammenhalt fördert und dass Schützen und legale Waffenbesitzer zur Erhöhung und Stabilisierung der inneren Sicherheit in unserer Gesellschaft beitragen.

Hoffen wir, dass unsere Schützen in Olympia nicht nur persönliche, sportliche Erfolge errungen, sondern auch ein mediales Umdenken initiiert haben. Verdient haben sie und alle anderen Schützen es allemal.

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Ein Gedanke zu „Olympia in Rio

  1. Ein sehr guter Artikel, der aus dem Herzen eines jeden Schießsportfreundes spricht. Auch wir haben jedes Finale bei Olympia mirt Spannung verfolgt. Meine Tochter schießt seit ihrem 11 Lebenjahr Luftgewehr, mittlerweile auch KK in den Olympischen Disziplinen und kann sehr wohl nachvollziehen, was es für eine konditionelle und mentale Leistung ist, so einen Wettkampf durchzustehen. Wir werden morgen mit ihr zur Deutschen Meisterschaft nach München fahren, wo sie in zwei Disziplinen startet. Dieser Artikel sollte veröffentlicht werden, aber ich glaube nicht, dass eine Zeitung ihn drucken wird.

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