IWA 2015 – Neue Ohrfeigen für die legalen Waffenbesitzer

Bayerns Innenminister Herrmann verkündete auf der Eröffnungsveranstaltung der IWA seine Gedanken über die Zukunft des legalen Waffenbesitzes. Dabei begann er so zuversichtlich damit, dass „95% der Straftaten mit illegalen Waffen“ begangen würden. Doch danach folgte ein politischer Offenbarungseid, der diametral zu dieser Aussage stand.

Als erstes wurden die Blockierungssysteme so hoch gelobt, als ob sie künftig der Ersatz für Waffenschränke sein könnten. Gleichzeitig wurde dann sogar die Forderung aufgestellt, dass dann auch alle Waffen beim Transport, z.B. von Jägern auf dem Weg zur Jagd, blockiert sein müssen! -Waffen, die sich für den Transport in einem abgeschlossenen Behältnis befinden, noch mal zusätzlich … ? 

Weiter ging es in Lobeshymnen zum NWR. Deutschland sei hier ja Vorreiter in der EU und das NWR sei bei der Rückverfolgung von aufgefundenen Waffen bis zur Herstellung unverzichtbar. 

So ziemlich alle, die Rang und Namen in Schießsport und Jagd haben, waren anwesend: DSB Vizepräsident Kohlheim, WFSA Präsident Keusgen, Herr Triebel für das Büchsenmacherhandwerk, BDS Präsident Gepperth und die ganze Führungsriege des DJV (Fischer, Leppmann und von Massow). Aber außer einem, durchaus als Zustimmung zu interpretierenden Schweigen, gab es von diesen Verbandsfunktionären keine Entgegnungen zu dem hanebüchenen Unsinn im Vortrag des Ministers.

Das Armatix-System wurde nicht wörtlich angesprochen. Es gibt jedoch aktuell kein anderes Sperrsystem auf dem Markt, welches sich zum Gebrauch der betreffenden Waffe zügig entfernen ließe. Also politische Werbung für ein Wirtschaftsprodukt? Zumindest einer der anwesenden (hohen) Herren stand einmal auf der Lohnliste von Armatix.

Lediglich Dr. Markus Bartram, Direktoriumsmitglied von prolegal stellte Minister Herrmann nach seinem Vortrag ein wenig unsanft zur Rede und fragte ihn, ob er das denn selbst glauben würde, was er da vorgetragen habe. Herr Herrmann beteuerte, dass es für die Polizeiarbeit unabdingbar sei, zu wissen, wer Waffen habe genauso, wie aufgefundene Waffen bis zum Hersteller zurückverfolgen zu können. Auf die Frage, welche Straftaten denn damit zu verhindern wären, konnte er keine Antwort geben. Auch auf die Unterstellung, dass er selber wisse, dass keine der „aufgefundenen Waffen“ jemals legalen Ursprungs waren, kam keine Antwort. Auch auf die Frage, was er denn gegen die Flut von illegalen Waffen zu tun gedenke, blieb unbeantwortet. Auf die Feststellung, dass sich Terroristen aktuell für weniger als 500 € mit Kalaschnikows eindecken können, kam ein abschließendes „Moment mal, Terrorismus ist noch etwas anderes.“

Fazit: Eine höchst peinliche Veranstaltung. Der Bayrische Innenminister verkauft „typisch deutsches Vorreitertum“ so, als wenn das Aufschreiben von parkenden Autos automatisch Geisterfahrer verhindern würde. Und hochrangige Verbandsvertreter sitzen paralysiert vor ihm und trauen sich nicht einmal eine Frage stellen. Brauchen wir solche Funktionäre, die sich lieber selbst abschaffen, als im Sinne der Mitglieder, die sie vertreten, den Mund aufzumachen?

Die Politik hat mal wieder auf ganzer Linie versagt. Für die legalen Waffenbesitzer, die besten Bürger, die unser Staat haben kann, bleibt nach den Vorstellungen von Minister Herrmann mal wieder nur ein Mehr an Bürokratie und weiteren Erschwernissen. Ideen oder gar ein Konzept, mit dem Terrorismus und illegaler Waffenbesitz eingegrenzt werden könnten, scheinen nicht zu existieren und sind wohl auch noch gar nicht in Arbeit.

Für das Direktorium prolegal

Dr. Markus Bartram

 

 

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